Gössner: Wilde Hatz mit zehn Fehlern
Oberhof - Hoffnungsträgerin Miriam Gössner verlor am Ende im dichten Nebel kurz den Durchblick. Zehn Fehler am Schiessstand - ein echter "Shooting-Star" ist sie noch nicht. (BERICHT: Gössner holt zweiten Weltcup-Sieg)
Dennoch feierten Gössner und die deutschen Biathletinnen mit 23.500 begeisterten Fans in Oberhof eine Riesen-Sause. Ungeachtet des fast schon traditionellen Schmuddelwetters im Thüringer Wald wurde die Skiarena am Rennsteig zu einer einzigen Partymeile.
Vor ihren zehn Fehlschüssen im abschliessenden Verfolgungsrennen hatten Gössner mit ihrem zweiten Saisonsieg und Andrea Henkel als Dritte bereits im Sprint am Samstag das perfekte Unterhaltungsprogramm geliefert.
Lokalmatadorin Henkel rettete die Feier dann mit einem ordentlichen siebten Platz zum Abschluss am Sonntag.
Fünf Fahrkarten demoralisieren
"Wenn man fünf Fehler gleich am Anfang schiesst, ist man erst mal demotiviert. Ich habe aber trotzdem versucht zu kämpfen", sagte Gössner nach einem spektakulären Verfolgungsrennen: "Ich kann gut schiessen, das habe ich schon gezeigt, soviele Fehler habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Ich kann mit dem zehnten Platz dennoch zufrieden sein."
Berger-Jägerin Nummer eins
Grund zur Freude hatte Gössner trotz des Fehler-Festivals am Schiessstand vor allem beim Blick auf die Weltcup-Statistik.
In der überholte sie die Tschechin Gabriela Soukalova und ist nun hinter der Norwegerin Tora Berger Zweite. "Es wäre lustig, wenn es jetzt so weiterginge", sagte Gössner. Sie sei sich aber "sehr sicher, dass es in den nächsten Wettkämpfen wieder schwieriger wird".
Auch wegen des ordentlichen Abschneidens in Oberhof wollte Frauen-Trainer Gerald Hönig seiner derzeit besten Athletin keine Vorwürfe machen. "Sauer bin ich wegen des Schiessens eigentlich nicht. Wir müssen sicherlich über die Fehler reden und den Wettkampf akribisch analysieren", sagte Hönig danach.
Henkel aus dem Krankenstand auf das Podest
Im Hype um die 22 Jahre alte Vorzeige-Athletin aus Garmisch ging es fast unter, dass auch Henkel direkt vom Krankenbett aufs Podest gelaufen war und als Siebte im abschliessenden Rennen eine beachtliche Vorstellung ablieferte.
Hinter Gössner ist Henkel jetzt die Nummer drei im Gesamtweltcup.
Start war kein Fehler
"Auf jeden Fall habe ich die Bestätigung, dass der Start kein Fehler war", sagte Henkel. Im Staffelrennen hatte die 35-Jährige wegen eines grippalen Infekts noch pausieren müssen.
"Es tat auch mal gut, das Ganze von der Couch anzuschauen. Ich freue mich natürlich, dass meine Serie gehalten hat", sagte Henkel, die seit 2007 in Oberhof in jedem Jahr eine Podiumsplatzierung erreicht hat.
Männer auf Formsuche
Während die Frauen nach anfänglichen Schwierigkeiten pünktlich zur heissen Phase des WM-Winters immer besser in Schwung kommen, liefen die Männer ohne ihren derzeit Besten Andreas Birnbacher (Grippe) trotz eines erstarkten Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld), der im Sprint Zwölter wurde, der Auftaktform hinterher.
Die weiteren DSV-Athleten verpassten dagegen den Sprung unter die besten 25.
SPORT1










