Kantersieg! Nowitzkis Mavs kommen in Fahrt
Von Eric Böhm
München/Dallas - Die Dallas Mavericks finden vielleicht gerade noch rechtzeitig ihre Form.
Gegen die Golden State Warriors feierte Dirk Nowitzkis Mannschaft einen beeindruckenden 116:91 (62:36)-Kantersieg.
Der deutsche Superstar sammelte aufgrund einer schwachen Wurfquote (3 von 12) zwar nur 15 Punkte, verdrängte aber mit nun 6059 Treffern Legende Wilt Chamberlain vom 15. Rang der ewigen Freiwurf-Rangliste der NBA.
"Wenn ein Team zum vierten Mal in fünf Tagen spielt, willst du sie sofort attackieren. Das war für uns ein wichtiger Punkt", sagte Nowitzki.
Marion ist Topscorer
Entsprechend aggressiv ging der Meister von 2011 in die Partie und feierte einen der seltenen ungefährdeten Erfolge dieser Saison.
Forward Shawn Marion (26 Zähler, 11 Rebounds) zeigte eine überragende Leistung. Point Guard Darren Collison steuerte 18 Punkte und acht Assists bei.
"Ich denke, wir waren alle noch sauer über die Niederlage in ihrer Halle vor einer Woche. Wir wollten sie in der ersten fünf Minuten hart treffen", erklärte Collison.
Blitzstart schockt Warriors
Der 25-Jährige war entscheidend an dem Blitzstart beteiligt und erarbeitet sich langsam das Vertrauen des ihm gegenüber sehr kritischen Trainers Rick Carlisle.
Collison steuerte elf Zähler zum furiosen 21:6-Lauf bei, der bereits im ersten Viertel für klare Verhältnisse sorgte, noch vor der Pause setzten sich die Mavericks auf 27 Punkte ab.
"Wir waren in der Verteidigung hellwach und haben ihre Fehlwürfe und Ballverluste ausgenutzt. Das hat uns die Sache leicht gemacht", analysierte Marion.
Bärte zeigen Wirkung
"The Matrix" hatte schon vor der Partie für Schlagzeilen gesorgt. Angesichts der Trade-Gerüchte um seine Person hatte er klargestellt, dass er zu alt sei, um zu einem schwachen Team zu gehen.
Wenige Stunden später liess Marion auf dem Parkett Taten folgen. Höhepunkt war sein krachender Dunking zum 54:27 fünf Minuten vor der Pause.
Der Bart-Pakt bis zum Erreichen einer ausgeglichenen Bilanz scheint der oftmals so wackeligen Psyche des Teams neue Stabilität gebracht zu haben.
"Ich finde die Aktion gut. Sie fördert die Zusammengehörigkeit. Vielleicht können wir jetzt eine Serie starten", meinte Carlisle.
Rückstand ist aufholbar
Für Dallas (22 Siege - 28 Niederlagen) war es der dritte Erfolg aus den vergangenen vier Partien. In der Nacht auf Dienstag geht es gegen die Atlanta Hawks.
Mit weiteren zwei Heimsiegen vor dem All-Star Game könnte der Elfte des Westens wieder ins Rennen um die Tickets für die K.o.-Runde eingreifen.
Houston und Utah (beide 28:24) besetzen aktuell gleichauf die letzten Playoff-Plätze der Conference.
Kaman fehlt weiter
Golden State kam zu Beginn des Schlussabschnitts leicht auf und auf 74:87 heran, aber die Mavs konterten sofort.
Der starke O.J. Mayo (19 Punkte, 9 Assists) schloss einem 18:5-Zwischenspurt ab, indem er einem Ball vor der Auslinie rettete und Marion für einen weiteren Dunking bediente.
Der deutsche Center Chris Kaman musste wegen seiner Gehirnerschütterung nach wie vor passen. Rookie Bernard James (2 Zähler, 3 Rebounds) stand überraschend in der Startformation.
Golden State stürzt ab
Bei den Warriors sammelte Spielmacher Steph Curry 18 Zähler, traf aber nur acht seiner 23 Versuche aus dem Feld. Jarrett Jack und Andrew Bogut fehlten leicht angeschlagen.
Die Kalifornier (30:21) kassierten auf ihrem Auswärtstrip vier Pleiten mit durchschnittlich 21 Punkten Unterschied, bleiben aber dennoch Tabellensechster.
"Das ist frustrierend. Die Art und Weise der Niederlagen zieht dich runter. Wir müssen schnellstens wieder in die Spur finden", forderte All-Star David Lee (10 Zähler, 6 Rebounds).
SPORT1










