Nowitzki gibt Blitz-Comeback! Mavericks gehen unter
Von Eric Böhm
München/San Antonio - Dirk Nowitzki ist zurück: Seinen völlig überraschenden Saisoneinstand hatte sich der deutsche Superstar aber ganz anders vorgestellt.
Nach seiner langwierigen Knieverletzung erlitt er mit den Dallas Mavericks eine derbe 91:129 (52:64)-Klatsche bei den San Antonio Spurs.
Nowitzki kam zunächst von der Bank und sammelte in 20 Minuten acht Punkte sowie sechs Rebounds.
"Ich habe mich sehr gut gefühlt. Die Kondition ist da. Nach ein paar Minuten rauf- und runterlaufen waren die Beine aber ganz schön schwer. Ich habe mich ganz gut durchgekämpft", bilanzierte der 34-Jährige.
Kurzfristige Entscheidung
Ursprünglich hatte "Dirkules" eine NBA-Rückkehr zwischen Weihnachten und Neujahr angepeilt, spielte aber beim Erzrivalen erstmals seit dem Test in Berlin im Oktober.
Nach der Arthroskopie am rechten Knie kurz darauf wollte Nowitzki ursprünglich sechs Wochen später wieder auflaufen. Die Schwellung ging aber viel langsamer zurück als erhofft.
Knapp eine Stunde vor dem Spiel fiel die Entscheidung. "Es fühlte sich gut an, also habe ich es probiert", meinte Nowitzki.
"Lagen mit 80 Punkten hinten"
Weil das Team aber spätestens ab dem zweiten Viertel völlig chancenlos war, blieb der Finals-MVP von 2011 in der Endphase draussen.
"In der Mitte des dritten Viertels lagen wir mit 80 Punkten hinten, da musste ich nun wirklich nicht wieder reingehen", sagte der frustrierte 34-Jährige.
Sein offenbar guter körperlicher Zustand ist angesichts der desaströsen Leistung des restlichen Teams aktuell die einzige Hoffnung des Ex-Meisters.
Nowitzki vermisst Einstellung
San Antonio führte die Truppe von Coach Rick Carlisle im texanischen Duell phasenweise regelrecht vor.
Die Mavericks (12 Siege - 16 Niederlagen) mussten ihre dritte Niederlage in Folge einstecken und treten in der Nacht auf Donnerstag bei den Oklahoma City Thunder an.
"Wir müssen hart arbeiten und uns in vielen Bereichen verbessern. Wenn du nicht so talentiert bist, musst du das mit Einstellung und Wettkampfhärte wettmachen. Davon war heute nichts zu sehen", fällte Nowitzki ein vernichtendes Urteil.
Spurs feiern Dreierrekord
Die Spurs führten zwischenzeitlich mit 46 Punkten und stellten dank 20 Dreiern einen neuen Teamrekord auf.
Sieben davon verwandelte Shooting Guard Danny Green, der 25 Zähler sammelte. Tony Parker steuerte 18 bei.
"Es war auch Glück dabei. Unser Gegner hatte einen schlechten Abend, wir waren exzellent drauf. Das passiert. Dann kommt so ein Ergebnis zustande", sagte Spurs-Coach Gregg Popovich.
Collison noch am besten
Auch mit Nowitzki blieben die Ballverluste die Achillesferse der Mavs. Diesmal waren es 20. Nach Derek Fishers überraschendem Abgang aus familiären Gründen bekam Dominique Jones die Chance in der ersten Fünf.
Er traf aber nur einen von sieben Versuchen aus dem Feld. Sein Backup Darren Collison sammelte als bester Maverick 15 Zähler, dennoch wird ein neuer Spielmacher händeringend gesucht.
"Sie haben uns in den Hintern getreten. Da braucht es keine weiteren Erklärungen", meinte Shawn Marion.
Kaman und Mayo schwach
Der deutsche Center Chris Kaman markierte zehn Punkte. Topscorer O.J. Mayo (7) fand nie einen Rhythmus und verlor sechsmal den Ball.
Ob Nowitzki das Blatt wenden kann, ist fraglich. Selbst wenn er schnell seine Topform findet, könnte der Playoff-Zug für den Zwölften der Western Conference schon frühzeitig abgefahren sein.
"Wir dürfen jetzt nicht in Panik geraten. Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und unsere Leistung abrufen. Denn wir können viel besser spielen", flüchtete sich Carlisle in Durchhalteparolen.
SPORT1
