Siegtreffer! Nash feiert starkes Lakers-Comeback
Von Eric Böhm
München/Oakland - Bis zuletzt hatte er gepokert: Dann legte Steve Nash nach 24 Spielen Verletzungspause doch ein erfolgreiches Comeback hin.
Der neue Point Guard gewann mit den Los Angeles Lakers eine spannende Partie 118:115 (108:108, 53:61) nach Verlängerung bei den Golden State Warriors.
Der Kanadier steuerte zwölf Punkte und neun Assists bei. Seine Anwesenheit gab den Lakers einen Hollywood-reifen Kick. Dabei entschied sich der Einsatz erst kurz vor dem Tip-Off.
"Ich habe mich gut gefühlt. Dann gleich 40 Minuten und eine Verlängerung zu spielen, hatte ich nicht erwartet. Mir wird morgen alles wehtun. Das bin ich aber gewohnt", sagte Nash.
Lob von Bryant
NBA-Topscorer Kobe Bryant ragte mit 34 Zählern und zehn Rebounds heraus. Im erst dritten Spiel für den 16-maligen Champion - nach Bruch des Wadenbeinkopfes - gehörten jedoch Nash die Schlagzeilen.
Er stellte 18 Sekunden vor Ende der Overtime mit seinem Treffer den vierten Erfolg in Serie des langsam aufwachenden Topfavoriten sicher.
"Es ist leicht. Es ist mehr als leicht, mit ihm zu spielen. Wir sind sehr unterschiedliche Spieler. Genau das passt zusammen. Mit ihm bekomme ich leichte Würfe", schwärmte Bryant.
Jackson nicht unzufrieden
Für das Überraschungsteam der Western Conference verpasste Jungstar Steph Curry (20 Punkte, 7 Assists) nach Nashs Glanztat die letzte Ausgleichschance.
Bereits am Ende der regulären Saison hatte Dirk Nowitzkis alter Kumpel einen Dreier zum 103:102 versenkt, die Warriors retteten sich aber in die Verlängerung.
Zum ersten Mal seit 1994 trafen sich die kalifornischen Rivalen zu einem so späten Zeitpunkt der Saison in vertauschten Rollen. Denn nur das einstige Kellerkind Golden State weist eine positive Bilanz auf.
"Das wird uns nicht die Weihnachtsstimmung versauen. Wir freuen uns sehr über unsere aktuelle Position. Es war ein aufregendes Spiel auf Augenhöhe", bilanzierte Warriors-Coach Mark Jackson.
"Steve ist ein Gewinner"
Der Ex-Profi macht mit der jungen Truppe einen herausragenden Job und ist nach dem ersten Saisondrittel der Favorit auf den des Titel Trainers des Jahres.
Denn die Lakers (13 Siege - 14 Niederlagen) bleiben im Westen trotz des Erfolges Elfter, während Golden State (18:10) auf Rang fünf steht.
Mi Nash wirkte das Spiel der Gäste aber sofort viel dynamischer. 33 Assists bei 49 Treffern aus dem Feld sprechen eine deutliche Sprache.
"Steve ist ein Gewinner. Durch seine Präsenz verändert er unsere Perspektive. Er verändert einfach alles", lobte Coach Mike D'Antoni, der nun endlich seinen Lieblingsspieler dabei hat.
World Peace überzeugt von der Bank
Wenn die Lakers sich noch besser aufeinander abstimmen, kann sein Tempospiel doch noch zum Erfolg werden.
20 Ballverluste und für D'Antoni-Verhältnisse magere 16 Punkte aus Schnellangriffen zeugen von dem enormen Potenzial für Verbesserungen.
Vor allem Nashs Verständigung mit den Big Men Dwight Howard (11 Punkte, 6 Rebounds) und Pau Gasol (9 Zähler, 10 Rebounds) hat noch grosse Reserven. Howard steckte in Oakland allerdings von Beginn an in Foulproblemen.
D'Antonis Kniff, Metta World Peace von der Bank zu bringen und Youngster Darius Morris in der ersten Fünf zu belassen, zahlte sich ebenfalls aus. World Peace markierte 20 Punkte.
Warriors verspielen Führung
Bankspieler Jarrett Jack (29 Zähler, 11 Assists) zeigte aufseiten der Warriors eine tolle Leistung.
Die Gastgeber haderten etwas mit dem fehlenden Killerinstinkt im vierten Spielabschnitt. Sie hatten bereits 88:74 geführt.
"Da fehlt uns vielleicht noch die letzte Cleverness. Die Lakers haben erfahrene Jungs. Wir hätten das nach Hause bringen müssen", ärgerte sich Curry.
SPORT1










