Vor der Weihnachtstortur: Mavs suchen nächstes Level
Von Florian Pertsch
München - Die Botschaft versetzte die Mavericks-Fans in helle Aufruhr: Dirk Nowitzki hat an seinem ersten Mannschaftstraining teilgenommen.
Gute Nachrichten vom grossen Blonden, der nach der ersten Trainingseinheit ein halbwegs positives Fazit zieht.
"Du kannst so lange in einem Pool laufen wie du willst, aber dich körperlich gegen einen Zwei-Meter-Kerl behaupten zu müssen, ist doch etwas anderes. Aber ich denke, ich habe mich ganz gut geschlagen. Für den ersten Tag war das nicht schlecht", sagte Nowitzki, der jedoch einräumte: "Meine Beine sind noch ein bisschen müde."
Comeback nach den Feiertagen wäre schön
Bis die lange ausrangierten Gelenke wieder für ein Spiel taugen, dürfte aber noch etwas Zeit vergehen .
"Ein spezielles Datum haben wir uns nicht gesetzt. Irgendwann nach den Feiertagen wäre aber toll", blickte der NBA-Champion des Jahres 2011 voraus .
Vier Hammerspiele in Serie
Immerhin, der Star ist wieder regelmässig an der Seitenlinie dabei, auch bei Auswärtsspielen. Gerade in den nächsten vier Partien könnte der seelische Beistand des Superstars von Nöten sein.
Als nächster Gegner wartet mit NBA-Champion Miami Heat der erste grosse Brocken auf Dallas, im Anschluss folgen zwischen dem 21. und 27. Dezember die Auswärtskracher gegen Memphis, San Antonio und Oklahoma City.
Abwehr weiter das Problem
Zwar haben die Mavs (Bilanz: 12-13) die letzte Partie gegen Philadelphia mit 107:100 gewonnen und O.J. Mayo und Chris Kaman harmonieren immer besser zusammen, doch ein Problem bleibt:
Die Abwehr ist so löchrig wie ein Schweizer Käse. Im Schnitt gelingen den Gegnern 101,5 Punkte, nur einmal hielten die Mavs das andere Team unter 90 Zählern .
Einer der tapfer dagegen hält, ist Routinier Shawn Marion, der sich gegen Philly in einen illustren Kreis spielte. Zusammen mit Hakeem Olajuwon, Karl Malone, Julius Erving und Kevin Garnett ist er der fünfte Spieler in der Geschichte der NBA, der 16.000 Punkte, 9.000 Rebounds, 1.500 Steals und 1.000 Blocks vorweisen kann.
Beim Thema Karl Malone tritt auch ein Akteur Miamis auf den Plan.
LeBron James erzielte in den ersten 22 Spielen des amtierenden NBA-Champions (Bilanz: 16:6) immer mindestens 20 Punkte und stellte den Rekord von Utahs "Mailman" aus der Saison 1989-90 ein.
James ist ein Statitstikmonster
"The Chosen One" ist nach seinen sagenhaften Playoffs in der vergangenen Spielzeit auch in der aktuellen Saison der Erfolgsgarant.
James führt das Team bei Punkten (25,2), Rebounds (8,5) und Assists (6,9) an und treibt Miami im Schnitt zur viertbesten Punkteausbeute der gesamten NBA (103,1).
Mavs-Coach Rick Carlisle ist sich der schweren Aufgabe völlig bewusst und nimmt sein Team in die Pflicht: "Wir müssen jetzt auf dem nächsten Level agieren, um Spiele zu gewinnen. Miami ist der Champion und wir müssen unsere beste Leistung abrufen, um bestehen zu können."
Fisher fehlt gegen Miami
Neuzugang Derek Fisher wird gegen die Heat nicht mitwirken können, nachdem er sich gegen Philly an der Patellasehne verletzte. "Ich gehe stark davon aus, dass er nicht spielen kann", erklärte Carlisle.
Auch bei Elton Brand und Brandan Wright hat der Trainer wenig Hoffnung, hält sich die Option aber bis kurz vor dem Spiel offen.
Fishers Ausfall dürfte Darren Collison zu seinem ersten Spiel in der Startformation seit dem 24. November verhelfen, wobei das Experiment mit Collison als Bankspieler eigentlich gut funktioniert hatte.
Mehr Spielzeit für Kaman
Sollten Brand und Wright tatsächlich nicht mitwirken können, kommt auf Kaman mehr Arbeit zu, der zuletzt auch im vierten Viertel wieder eingesetzt wurde.
"Natürlich bin ich frustriert, dass ich in den entscheidenden Phasen eher selten spiele, aber Rick weiss schon, was er macht. Er ist ein grossartiger Trainer. Ich bin mir bewusst, dass ich defensiv noch nicht das abgerufen habe, was ich zu leisten vermag. Die Lösung ist, nicht mehr Spielzeit zu fordern, sondern besser spielen. Alles andere wäre egoistisch", erklärte Nowitzkis Nationalmannschaftskollege pflichtbewusst.
SPORT1










