Ibaka verlängert die Thunder-Serie
Von Eric Böhm
München - Die Oklahoma City Thunder haben das Topspiel der Western Conference für sich entschieden.
Im Rematch der Halbfinalserie von 2012 schlug der Vizemeister die San Antonio Spurs 107:93 (53:48) und bleibt damit das beste Team der NBA.
Serge Ibaka stellte mit 25 Punkten seine persönliche Bestleistung ein und sammelte zusätzlich 17 Rebounds sowie drei Blocks.
"Er ist einfach ein grossartiger Spieler. Das hat er haute einmal mehr gezeigt. Er hat uns am Anfang gleich einen Schub gegeben", lobte der Schweizer Thabo Sefolosha.
Kein böses Blut bei Jackson
Ibaka bewies, dass er längst mehr als nur ein Block-Spezialist ist. Der im Kongo geborene Spanier versenkte seine ersten sieben Würfe.
"Genauso haben wir die Playoff-Serie verloren. Er hat aus der Mitteldistanz jeden Versuch getroffen. Er hat fantastisch gespielt", musste selbst San Antonios Stephen Jackson anerkennen.
Der Flügelspieler gab genau zum richtigen Zeitpunkt sein Comeback nach einem Fingerbruch, denn er hatte unlängst eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Dollar wegen einer Twitter-Drohung an Ibaka erhalten.
Ibaka nicht nachtragend
Darin hatte Jackson die harte Spielweise des Power Forwards kritisiert, sich aber später entschuldigt.
"Darüber will ich gar nicht sprechen. Es geht um uns. Das ist ein wichtiger sieg für das gesamte Team", wiegelte Ibaka ab.
Auf dem Feld kam es nicht zu Konfrontationen. "Das ist für mich abgehakt. Es geht um Basketball. Ich wünsche Serge alles Gute", meinte Jackson.
Durant adelt den Kollegen
Zu Oklahoma Citys elftem Sieg in Folge steuerten die beiden All-Stars Russell Westbrook (22) und Kevin Durant (19) ordentliche Ausbeuten bei, aber Ibaka war der Mann des Spiels.
"Serge wird von Tag zu Tag stärker. Er blockt und holt Rebounds, aber im Angriff legt er zu und hat er noch so viel Potenzial", schwärmte Durant.
Ein 12:2-Endspurt in der ersten Hälfte brachte die Thunder endgültig in Front. Reservist Nick Collison krönte im dritten Viertel den vorentscheidenden 11:0-Lauf zum 71:56.
Ginobili wird vermisst
Bei den zweitplatzierten Spurs waren die beiden Franzosen Tony Parker und Nando de Colo (je 14 Zähler) die besten Schützen.
Nicht zuletzt wegen Ibaka hatten die Gäste einen klaren Rebound-Nachteil (37:49). Veteran Tim Duncan (12 Punkte) und Tiago Splitter (10) kamen nicht wie gewohnt zum Zug.
Zudem fehlte nach wie vor Manu Ginobili wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel.
"Es war sicher nicht unser bestes Spiel. Wir müssen einen Weg finden, um hier besser auszusehen", dachte Coach Gregg Popovich schon an zukünftige Duelle.
SPORT1 fasst weitere Partien aus der NBA zusammen:
* Memphis Grizzlies - Chicago Bulls 80:71
Die Memphis Grizzlies schlugen die Chicago Bulls mit 80:71 (39:34). In der von den Abwehrreihen dominierten Partie markierte Memphis' Point Guard Mike Conley Jr. 17 Punkte.
Nach einem ganz schwachen ersten Viertel (11 Zähler) besannen sich die Grizzlies auf ihren Stärken unter dem Korb. 18 Offensiv-Rebounds neutralisierten die schwache Wurfquote von 37 Prozent.
"Das war ein wichtiger Punkt. Das gibt die Selbstvertrauen. Im zweiten Viertel haben wir als zweite Reihe einen guten Rhythmus gefunden", sagte Ersatz-Guard Wayne Ellington.
Deng fehlt Zielwasser
Der Scharfschütze sammelte all seine elf Punkte im zweiten Abschnitt. Für Chicago überzeugte lediglich Forward Carlos Boozer (16 Zähler, 13 Rebounds).
Näher als auf fünf Punkte kamen die Bulls im Schlussviertel nicht heran. Topscorer Luol Deng erwischte mit nur vier Treffern bei 17 Würfen einen schwachen Tag.
"Unsere Verteidigung war sehr gut. Wir kamen vorn einfach nicht zu leichten Punkten", haderte Center Joakim Noah. Beide Teams sind Vierter ihrer jeweiligen Conference.
* Detroit Pistons - Los Angeles Clippers 76:88
Die Los Angeles Clippers schafften beim 88:76 (42:40) über die Detroit Pistons ihren zehnten Sieg hintereinander und übernahmen im Westen Rang zwei.
Blake Griffin und Sixth Man Jamal Crawford kamen jeweils auf 15 Punkte. Spielmacher Chris Paul verbuchte 14 Zähler und sieben Assists.
"Es war ein dreckiger Sieg. Wir haben schwach geworfen und viele Sachen nicht gut gemacht, trotzdem gewinnen wir solche Spiele jetzt. Das war zu Saisonbeginn anders", sagte Trainer Vinny Del Negro.
Detroit schwächelt im Angriff
Als Griffin im dritten Viertel mit vier Fouls auf die Bank musste, kamen die Pistons noch einmal auf. Letztlich scheiterten sie an ihrer mangelnden Offensivkraft.
Point Guard Brandon Knight war dank 16 Zählern ihr bester Scorer, versenkte aber auch nur fünf seiner 16 Versuche aus dem Feld.
"Wir müssen präziser werden. Die Clippers sind aggressiv und gehen auf Steals. Das musst du einkalkulieren. Unsere Defense hätte zum Sieg gereicht", ärgerte sich Pistons-Coach Lawrence Frank.
SPORT1
