Linsanity lebt am Geburtsort wieder auf
Von Eric Böhm
München/New York - Jeremy Lin hat eine standesgemässe Rückkehr in den Madison Square Garden hingelegt.
An dem Ort, wo im Februar sein Stern aufgegangen war, führte er die Houston Rockets zum 109:96 (56:42)-Auswärtserfolg bei den New York Knicks.
Der Point Guard sammelte gegen sein altes Team 22 Punkte sowie acht Assists und brachte den Knicks im elften Spiel die erste Heimniederlage der Saison bei.
"Es hat mir sehr viel Spass gemacht, wieder auf diesem Court zu spielen. Wir haben als Team einen Schritt nach vorn gemacht", bilanzierte Lin.
Lob von Chandler
An die alten Linsanity-Tage erinnerte vor allem der furiose und vorentscheidende 15:0-Lauf im dritten Viertel.
An fünf von sechs Körben war Lin dabei direkt beteiligt. Sein Layup nach einem Steal bescherte Houston das 75:55.
Als der 24-Jährige gute zwei Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, gab es nicht mehr so viel Applaus, wie bei seiner Vorstellung.
"Er hat ein gutes Spiel gemacht. Wir wissen, dass er ein guter Spieler ist. Wir hätten einige seiner leichten Körbe aber verhindern können. Das gilt auch für James Harden", sagte New Yorks Center Tyson Chandler.
Harden überzeugt
Der zweite Rockets-Star Harden steuerte 28 Zähler und zehn Rebounds bei, das Rampenlicht gehörte diesmal aber seinem Guard-Kollegen.
"Ich hoffe, es ist für ihn der Start eines guten Laufes. Jeremy verdient es, denn er arbeitet jeden Tag sehr hart", lobte Coach Kevin McHale.
Im Februar hatte Lin mit seinem kometenhaften Aufstieg die NBA und New York verzaubert, sich dann aber eine Meniskusverletzung zugezogen.
Win-Win-Situation
Im Sommer liessen sie ihn dann trotz grosser Fanproteste ziehen. Stattdessen kamen Raymond Felton, Jason Kidd und Pablo Prigioni als neue Aufbauspieler.
"Das ist vorbei. Ich habe mich weiterentwickelt, sie haben sich weiterentwickelt. Es gibt keinen Groll. Wir haben schöne Erinnerungen", sagte Lin.
Nach dem fantastischen Saisonstart der Knicks legte sich die Aufregung schnell. "Er hat ohne Zweifel gut gespielt. Ich habe grossen Respekt vor ihm", meinte Nachfolger Felton.
Knicks bleiben vorn
New York, das erneut auf Topscorer Carmelo Anthony (Knöchelprobleme) verzichten musste, hatte in Rookie Chris Copeland (29 Punkte) seinen besten Schützen.
Die Knicks blieben dennoch Spitzenreiter der Eastern Conference. Houston steht im Westen auf Rang neun.
"Wir waren nicht so aggressiv wie sonst. Mit 17 Ballverlusten ist es schwer, einen Rhythmus im Angriff zu finden", analysierte Knicks-Trainer Mike Woodson.
Stoudemire vor Comeback
Immerhin bekam er aus dem Lazarett gute Nachrichten. Anthony wird im Lokalduell gegen Brooklyn wieder auflaufen.
Der langzeitverletzte Forward Amare Stoudemire (Reha nach Knie-OP) kann wieder voll trainieren und wird zunächst mit dem Farmteam aus Erie üben.
"Es ist besser für ihn. Da wir momentan ständig spielen, kann ich die Jungs nicht noch mit harten Einheiten belasten", erklärte Woodson.
McHale hat Hoffnung
Die Rockets brachten New York somit zwei ihrer sechs Saisonniederlagen bei und holte sich erst den dritten Auswärtserfolg.
"Wir finden langsam einen Draht zueinander. Die Rotation nimmt Formen. Wir können von diesem Team noch viel erwarten", meinte McHale.










