327 Yards! Giants-Rookie demütigt Saints
Von Eric Böhm
München - Die New Orleans Saints haben sich am 14. Spieltag endgültig aus dem Playoff-Rennen verabschiedet.
Bei den New York Giants setzte es einen deftige 27:52 (7:14, 6:7, 14:14, 0:17)-Klatsche. Durch die achte Saisonniederlage ist eine positive Bilanz nicht mehr möglich.
Der Titelverteidiger (8 Siege - 5 Niederlagen) bleibt dagegen knapp vor Washington und Dallas (beide 7:6) an der Spitze der NFC East.
Quarterback Eli Manning warf vier Touchdown-Pässe, aber Matchwinner war Rookie David Wilson.
"Mit so einem Spiel den Durchbruch zu schaffen, ist ein grossartiges Gefühl. Wir haben stark gespielt und die 50 überschritten", jubelte Wilson.
Wilson auf Petersons Spuren
Der Running Back trug einen Kickoff in die Endzone zurück, erlief 100 Yards sowie zwei weitere Touchdowns und stellte mit insgesamt 327 Yards einen fantastischen Teamrekord auf.
Nur zwei Neulingen gelang in der NFL-Historie in einer Partie mehr Raumgewinn. 2007 schaffte Vikings-Star Adrian Peterson 361 Yards.
"Wenn wir sie dringend brauchten, hat er die Big Plays ausgepackt. Wir wissen aus dem Training, dass er ungeheuer explosiv ist. Heute hat es das ganze Land gesehen", lobte Receiver Victor Cruz.
Saints kämpfen
Kurz nach der Pause brachte Wilsons Touchdown den "G-Men" eine deutliche Führung, die Hakeem Nicks nach Zuspiel Mannings auf 35:13 ausbaute.
Saints-Spielmacher Drew Brees (354 Yards) gab sich aber noch nicht geschlagen. Er brachte sein Team gegen Ende des dritten Viertels auf 27:35 heran.
"Zu diesem Zeitpunkt hatten wir trotz aller Fehler wieder eine Chance, aber es war einfach nicht unser Tag", haderte Brees.
Teurer Fehler von Brees
New York antwortete mit einem guten Kickoff-Return und schlug in der Person von Victor Cruz eiskalt zu.
Danach unterlief Brees seine zweite Interception, die ein Field Goal von Lawrence Tynes vorbereitete. Die erste Niederlage des Quarterbacks gegen die Giants besiegelte dann erneut Wilson.
"Das sind unsere Playoff-Spiele. Die Atmosphäre, die Gegner, der Erfolgsdruck, dafür leben wir. Dann sind wir am stärksten", sagte Defensive End Justin Tuck.
Traum abgehakt
Vier Ballverluste brachen New Orleans das Genick. Der Traum vom Super Bowl im heimischen Superdome ist am Ende der völlig verkorksten Saison ausgeträumt.
Von den Nachwehen des Kopfgeld-Skandals erholten sich die Saints zu keinem Zeitpunkt. Der gesperrte Coach Sean Payton fehlte an allen Ecken und Enden.
"Letztendlich waren wir nicht gut genug. Theoretisch ist zwar noch etwas möglich, aber damit müssen wir uns nicht beschäftigen. Es werden nicht alle für uns spielen", bilanzierte Brees.
SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 14. Spieltages der NFL:
* Seattle Seahawks - Arizona Cardinals 58:0
Die Seattle Seahawks (8:5) bleiben klar auf Playoff-Kurs. Die Arizona Cardinals überrollten sie mit 58:0 (10:0, 28:0, 13:0, 7:0).
Dabei forcierte die Verteidigung acht Ballverluste und erzielte zwei Touchdowns. Den Rest erledigte Running Back Marshawn Lynch (128 Yards, drei Touchdowns).
"Das war eine grossartige Leistung der Defense. Da lasse ich mich gern auswechseln", sagte Rookie-Quarterback Russell Wilson, der frühzeitig geschont wurde.
Cardinals im Sturzflug
Er ist der erste Spielmacher seit der Zusammenlegung von NFL und AFL (1970), der seine ersten sechs Heimstarts gewinnen konnte. Es ist zudem der vierthöchste Zu-Null-Erfolg aller Zeiten.
"Das ist unendlich peinlich. Wir haben uns total lächerlich gemacht" musste Arizonas Spielmacher John Skelton zugeben.
Nach einem Start mit vier Siegen kassierten die Cardinals nun bereits die neunte Niederlage in Folge.
* Green Bay Packers - Detroit Lions 27:20
Die Green Bay Packers festigten durch ein 27:20 (0:7, 10:7, 7:3, 10:3) über die Detroit Lions Rang eins in der NFC North.
MVP Aaron Rodgers gelang ein Touchdown-Lauf über 27 Yards. Running Back DuJuan Harris sorgte für die Entscheidung - erst vor acht Tagen war er in den Kader gerutscht.
"Wir sind jetzt in einer guten Position. Mit einem Sieg gegen Chicago können wir den Divisionstitel klarmachen. Das hat oberste Priorität", blickte Rodgers schon nach vorn.
Johnson sauer
Die mit grossen Hoffnungen in die Saison gestarteten Lions (4:9) sind dagegen einer der grössten Enttäuschungen.
Trotz vieler hochtalentierter Jungstars wie Calvin Johnson, Matt Stafford oder Ndamukong Suh bekommen sie kein komplettes Spiel hin.
In Green Bay brachte sie ein Fumble, den die Packers in die Endzone zurücktrugen, auf die Verliererstrasse. Zum dritten Mal in Folge vergeigten sie einen zweistelligen Rückstand.
"Es ist immer die gleiche Geschichte. Ich kann es nicht mehr sehen", meckerte Receiver Johnson.
SPORT1










