Lakers stolpern in die nächste Pleite
Von Eric Böhm
München/Los Angeles - Die Los Angeles Lakers rutschen immer tiefer in die Krise.
Der Topfavorit der Western Conference kassierte beim 110:117 (51:60) gegen die Utah Jazz bereits die zwölfte Saisonniederlage und rutschte auf Rang elf ab.
Von den vergangenen elf Partien wurden nur vier gewonnen. NBA-Topscorer Kobe Bryant markierte zwar 34 Punkte, traf aber nur neun von 24 Würfen.
"Sie haben sich ihre Bilanz selber zuzuschreiben. Wir waren nicht schlecht, aber sie lassen den Ball nicht laufen. Das macht es dir leicht, die Zone zu kontrollieren. Dann werfen sie nur Dreier", analysierte Jazz-Forward Paul Millsap die Lakers-Probleme.
D'Antoni kritisiert Team
Jener Millsap (24 Zähler) und Mo Williams (22) waren die erfolgreichsten Schützen der Jazz, die ihren dritten Sieg in Folge feierten.
Die Lakers lagen über die gesamte Halbzeit hinten und verloren durch Utahs 20:8-Lauf im letzten Viertel den Anschluss. Näher als auf 110:115 kamen sie nicht mehr heran.
Auch unter Mike D'Antoni schafft es die Mannschaft nicht, konstant ihr Potenzial abzurufen. Der Nachfolger des gefeuerten Mike Brown gewann auch nur vier seiner elf Partien.
"Wir haben zu viele Spieler, die sich im Angriff Pausen gönnen und rumstehen. Irgendwann musst du anfangen zu kämpfen", kritisierte D'Antoni.
Immer wieder Aussetzer
Es ist in seiner kurzen Amtszeit nicht das erste Mal, dass die Euroleague-Legende offen die Einstellung seines Starensembles anzweifelt.
Immer wieder passieren auch den erfahrenen Spielern unerklärliche Aussetzer. Jetzt durchschauen sogar schon die Gegner die leidenschafts- und teils planlosen Angriffsversuche.
"Wenn irgendetwas nicht gut läuft, stecken wir sofort den Kopf in den Sand und werfen einen Ballbesitz nach dem anderen weg", haderte D'Antoni.
Schwächen in der Abwehr
Zudem hat ihn seine fast schon chronische Schwäche nach Hollywood verfolgt. Auch die Lakers gehören nicht zu den abwehrstärksten Teams der NBA.
In fünf der vergangenen sechs Partien liessen sie mindestens 103 Punkte zu. Utah holte in der Zone (54:34) und bei Schnellangriffen (19:4) deutlich mehr Zähler.
"Zum zweiten Mal in Folge haben wir einen Gegner ins Laufen kommen lassen. Das darf nicht passieren", ärgerte sich Bryant.
Howard ist nicht besorgt
Ohne den nach wie vor verletzten Pau Gasol (Knieprobleme) kam auch Dwight Howard trotz 16 Rebounds nicht wie gewohnt zum Zug. Ihm gelangen nur elf Zähler.
"Wir sind zu gut, um alles zu verspielen. Wir müssen Geduld haben. Irgendwann wird es laufen", übte sich "Superman" in Durchhalteparolen.
All diese Schwächen wird auch Steve Nash (Bruch des Wadenbeinkopfes) nicht beheben können. Immerhin konnte der zweimalige MVP vor der Partie leicht trainieren.
Hoffnung auf Gasol und Nash
Immerhin zeigten die Bankspieler Jodie Meeks (16 Punkte) und Jordan Hill aufsteigende Tendenz. Der Forward stellte dank 17 Zählern eine persönliche Bestleistung auf.
Die Lakers gehen nun auf einen vier Spiele andauernden Auswärtstrip an die Ostküste. Unter anderem müssen sie auch bei D'Antonis Ex-Team in New York antreten.
"Pau und Steve fahren mit und könnten in einem der Spiele zurückkommen. Ich würde meinen Ruf nicht drauf setzen, aber es ist möglich", machte D'Antoni Hoffnung.
Jazz gelingt Coup
Die Jazz belegen nach ihrem Coup im Staples Center Rang sechs in der Western Conference und wachsen langsam zu einer ausgeglichenen Einheit.
Sechs Spieler punkteten zweistellig. Vor allem die Big Men um Millsap und Al Jefferson (14 Punkte, 11 Rebounds) präsentieren sich stark. Der junge Türke Enes Kanter (14 Zähler) wird immer besser.
"Wir tun uns auswärts schwer. Deshalb war so ein Sieg sehr wichtig. Wir wussten, sie sind in der Rückwärtsbewegung anfällig. Das habe wir genutzt", freute sich Jefferson.
SPORT1
