Zum Siegen verdammt: Mannings Giants emfangen Saints
Von Eric Böhm
München - Den New York Giants ist klar, was die Stunde geschlagen hat.
Der Titelverteidiger ist am 14. Spieltag gegen die New Orleans Saints zum Siegen verdammt.
Eine Niederlage könnte die Giants die alleinige Spitzenposition in der NFC East kosten. Ausserdem warten danach noch die schweren Auswärtshürden in Atlanta und Baltimore.
"Es ist jetzt eine Mini-Saison mit vier Spielen. Um sicher in die Playoffs zu kommen, müssen wir alle vier gewinnen", fordert Head Coach Tom Coughlin.
Manning beschwört Historie
Seine Mannschaft (7 Siege - 5 Niederlagen) hat mit drei Pleiten in den vergangenen vier Partien ihren komfortablen Vorsprung verspielt.
Washington und Dallas (beide 6:6) lauern auf weitere Ausrutscher und haben das tendenziell leichtere Restprogramm.
"Wir waren letztes Jahr in einer ähnlichen Situation. Da hat uns dieser Druck für die Playoffs auch einen riesigen Kick gegeben. Ich hoffe, es läuft wieder so", betont Quarterback Eli Manning.
Topform gesucht
Die Giants gewannen auf dem Weg zum Super-Bowl-Triumph an den letzten Spieltagen der regulären Saison zwei K.o.-Spiele, um überhaupt die Playoffs erreichen zu können.
Damals war Manning durch seine Nervenstärke die entscheidende Figur. Aktuell sucht der zweimalige Super-Bowl-MVP seine Topform.
In den vergangenen sieben Spielen gelangen ihm nur sechs Touchdown-Pässe - davon allein drei am 12. Spieltag gegen Green Bay.
"Ich muss wieder konstanter werden. Wir brauchen einen ausgewogenen Mix aus Lauf und Pass gegen den explosiven Angriff der Saints", bestätigt Manning.
Abwehr schwächelt
Diesbezüglich wäre der Ausfall von Receiver Hakeem Nicks ein schwerer Rückschlag. Der kongeniale Partner von Victor Cruz plagt sich mit Knieproblemen herum.
Wenn die "G-Men" den Super Bowl in Mannings Heimatstadt New Orleans erreichen wollen, muss aber auch die Verteidigung wieder stärker werden.
Nicht erst die Redskins um Rookie-Phänomen Robert Griffin III deckten im Monday Night Game grosse Lücken auf.
"Wir haben nicht so dominant gespielt, wie wir es können. Wir müssen viel aggressiver und physischer zur Sache gehen", fordert Cornerback Antrel Rolle.
Brees hat Respekt
In den vergangenen Wochen gaben sie fast 140 Laufyards ab, übten kaum Druck auf gegnerische Quarterbacks aus oder erzwangen Ballverluste - jahrelang typische Giants-Stärken.
Da der Deutsche Markus Kuhn (Kreuzbandriss) ausfällt, müssen es die alteingesessenen Recken um Osi Umenyiora und Justin Tuck richten.
"Wir spielen beim aktuellen Champion und dürfen uns keine Fehler mehr leisten. Es ist ein Playoff vor den Playoffs. Die Giants haben damit Erfahrung", sagt Saints-Spielmacher Drew Brees.
Starke Zahlen gegen NY
Für die Saints (5:7) ist ein Erfolg sogar noch wichtiger. Nur mit einer 9:7-Bilanz gibt es eine Chance auf die K.o.-Runde und damit den Super Bowl im Superdome.
Der Quarterback muss zum Erfolgsgaranten werden, schliesslich läuft er gegen die Giants regelmässig zur Topform auf. In vier Spielen warf er Pässe für mehr als 1000 Yards, elf Touchdowns und keine Interception.
SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 14. Spieltages der NFL:
* Minnesota Vikings - Chicago Bears
In der umkämpften NFC-North steht der Endspurt im Zeichen der Divisionsduelle.
Die Minneosta Vikings (6:6) benötigen unbedingt einen Sieg über die Chicago Bears, um am Konkurrenten (8:4) dranzubleiben.
"Es wird nicht leicht, aber wenn wir noch etwas erreichen wollen, dann muss jetzt etwas passieren", sagt Adrian Peterson - mit 1446 Yards derzeit der beste Running Back der NFL.
Leiser Abschied für Urlacher?
Die Bears knabbern dagegen noch an der bitteren Overtime-Niederlage in Seattle. Dort verletzten sich Manndecker Tim Jennings und Linebacker Brian Urlacher.
Jennings führt die NFL mit acht Interceptions an, aber für Urlacher könnte es nach der Oberschenkelzerrung der letzte Auftritt im Bears-Trikot gewesen sein. Sein Vertrag läuft aus, frühestens in der zweiten Playoff-Woche könnte er wieder spielen.
"Es wäre natürlich sehr frustrierend. Ich bin seit 2000 hier, aber ich glaube nicht, dass es das Ende ist", hofft Urlacher auf seine Kollegen.
* Washington Redskins - Baltimore Ravens
Für die Washington Redskins (6:6) hat das Lokalduell mit den Baltimore Ravens entscheidende Bedeutung. Nach drei Siegen in Folge sind sie zurück im Playoff-Rennen.
Quarterback Robert Griffin III ist der grosse Hoffnungsträger. Eine Pleite könnte die Hoffnungen auf die erste Teilnahme an der K.o.-Runde seit 2007 zerstören.
"Jetzt geht es um alles. RGIII gibt den Ausschlag. Er steht kurz davor, ein Rockstar zu werden", lobt Cornerback DeAngelo Hall.
Suggs hofft
Die Ravens (9:3) können mit einem Sieg ihr Playoff-Ticket buchen. Bei Niederlagen Pittsburghs und Cincinnatis stünde sogar der Titel in der AFC North fest.
"Wir sind immer noch auf Kurs. Wir wollen unseren ersten Punkt auf der Agenda abhaken", meint Trainer John Harbaugh.
Abwehr-Star Terrell Suggs hofft trotz einer Oberarmverletzung noch auf seinen Einsatz.
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