Gefühlschaos in Kalifornien: Mavs wollen Clippers stoppen
Von Florian Pertsch
München - Mehr Punkte, mehr Assists und mehr Steals. Und trotzdem folgt die Degradierung auf die Bank - und das für einen Basketball-Rentner.
Point Guard Darren Collison durchlebt in Dallas eine schwierige Phase, muss er doch mit ansehen, wie ihm Trainer Rick Carlisle die wichtigste Position im Team - zumindest als NBA-Starter - nicht zutraut und die Position mit dem 38-jährigen Derek Fisher besetzt.
Aber Statistiken sind als Spielmacher eben nicht alles, denn bei seinem ersten Spiel für Dallas legte "D-Fish" nur zwei Punkte und drei Assists in 24 Minuten auf .
Positives Fazit bei Fisher-Debüt
Dennoch fiel der Tenor über Fishers Debüt positiv aus: Kontrolle behalten, die richtigen Entscheidungen getroffen und in den wichtigen Phasen das Tempo kontrolliert.
Der Ex-Laker selbst bleibt bescheiden und versucht vor dem Auswärtsspiel bei den Clippers mit den Superstars Blake Griffin und Chris Paul, niemandem - speziell aber Collison - auf die Füsse zu treten.
Collison extrem enttäuscht
"Ich muss zu meinen Teamkollegen erst eine Beziehung aufbauen, bevor ich ihnen sage, was sie machen sollen. Wenn es soweit ist, dann werde ich meine Hilfe auch anbieten", gibt sich Fisher bescheiden.
Ein weiser Schachzug, denn Mavs-Neuzugang Collison hat an seinem Bankspieler-Dasein ordentlich zu beissen.
"Ich glaube nicht, dass ich eine faire Chance bekommen habe. Ich habe in der Offseason sehr hart gearbeitet und bin sehr enttäuscht, wie sich alles entwickelt hat. Letztlich muss ich meine Rolle akzeptieren und dem Team helfen zu gewinnen", schmollt der Ex-Pacer.
Brand blüht gegen Pistons auf
Dass Collison als Auswechselspieler effizient sein kann, bewies er gegen Detroit, als er acht Assists an die Kollegen verteilte und fünf Punkte erzielte.
Der zweite Problemfall im Team von Dirk Nowitzki ist Elton Brand, der gegen die Pistons sein Potenzial abrief (17 Punkte und 12 Rebounds) und von Trainer Rick Carlisle mit dem Prädikat "Vintage" versehen wurde.
Zwar fand Ex-Clipper Brand die Bezeichnung zunächst unpassend, konnte sich aber nach diversen Erklärungen Carlisles mit dem Kompliment abfinden.
"Ich weiss genau was Vintage heisst, aber ich kann so eine Leistung jeden Abend bringen. Ich brauche nur Möglichkeiten zum Punkten", grummelte Brand und spielte auf die mangelnde Spielzeit im Dress der Mavs an.
Carlisle warnt vor Clippers
Der Meistercoach von 2011 attestierte ihm tags darauf auch ein Vintage-Training und schickte Pressevertretern parallel die wohlklingende Definition des Worts: weise, durchsetzungsstark und exzellent.
"Vintage" allein dürfte gegen die charakterstarken Comeback-Clippers nicht genügen, weshalb es von Carlisle noch ein etwas genaueres Briefing gab.
"Wir müssen gegen Los Angeles extrem effizient sein und sie hart und eng verteidigen. Schaffen wir das nicht, dann haben wir ein Problem wie Utah", warnt er vor dem besten Team der Pacific Division (11 Siege, 6 Niederlagen), das gegen Dallas seinen siebten Sieg in Folge erspielen will .
Geschwindner besucht Nowitzki
Beim Auswärtstrip in Kalifornien wird auch zum ersten Mal Dirkules mit dabei sein. Zu verdanken haben die Mavs dies der Anwesenheit von Mentor Holger Geschwindner, der mit dem All-Star ein kleines Reha-Programm durchziehen wird.
Das Comeback Nowitzkis ist für Mitte Dezember angedacht, ein Auftritt im DBB-Team ist in weiter Ferne, denn nach der Knie-OP ist er sich sicher, "dass sie Mavs mich nicht freistellen werden."
Ein anderes Grossereignis dagegen weckte klar sein Interesse: Rio 2016.
Rio wäre toll
"Es wäre grossartig, wenn ich bei Olympia in Rio teilnehmen könnte. Dann wäre ich 38. Bis dahin ist es aber noch lang hin", erklärte Nowitzki in der "Sportbild".
Nationalmannschafts-Kollege und Ex-Clipper Chris Kaman wäre der ganzen Sache ebenfalls nicht abgeneigt, auch wenn die Reise nach Brasilien den Kaman'schen Haussegen verrücken könnte.
"Der Aufwand ist sehr gross für mich. Meine Frau, mit der ich seit zwei Jahren verheiratet bin, wäre sicher nicht begeister. Aber wie gesagt: Wenn Dirk dabei ist, spiele ich auch", verknüpfte er sein DBB-Schicksal wie so oft mit dem Nowitzkis.
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