Schlusslicht Washington blamiert Meister Miami
Von Florian Pertsch
München/Washington - Nach zuletzt sechs Siegen in Folge hat sich NBA-Champion Miami beim schlechtesten Team der Liga blamiert.
Gegen die Washington Wizards setzte es für die Heat eine 101:105 (56:60)-Pleite. Auch ein Triple-Double von LeBron James konnte den erst zweiten Sieg der Hauptstädter nicht verhindern .
King James kam auf 26 Punkte, 13 Rebounds und elf Assists, verpasste es aber in der entscheidenden Phase der Partie, seinem Team die Führung zu bescheren.
"Es ist nur eine Niederlage"
"So etwas passiert. Wir haben in der NBA schon alles mitgemacht. Es ist einfach nur eine Niederlage", wiegelte der Forward ab .
18 Sekunden vor dem Ende vergab LeBron beim Stand von 99:101 mit einem Dreipunktwurf die Chance zur Führung, im Anschluss erhöhte Jordan Crawford mit einem Freiwurf auf 102:99.
Crawford bleibt cool
Zwar brachte James die Heat noch einmal heran, doch Crawford behielt auch mit 6,9 Sekunden verbleibender Spielzeit die Nerven von der Freiwurflinie und zwang "The Chosen One" erneut zum Wurf von Downtown.
Auch dieser Dreier landete nur auf dem Ring und verschlechterte die Crunch-Time-Bilanz des dreimaligen MVPs weiter.
James zeigt sich beratungsresistent
Im vierten Viertel und mit weniger als 24 Sekunden auf der Uhr traf James in den vergangenen drei Spielzeiten nur drei von dreizehn seiner entscheidenden Würfe.
Lehren wollte der Top-Scorer der Heat aus der peinlichen Niederlage aber nicht ziehen.
"Das war keine Lehrstunde. Es ist sicher nicht so, dass wir uns jetzt zusammensetzen und sagen: Wir müssen uns jetzt zusammenreissen", erklärte James, und Dwyane Wade stimmte ihm zu: "Wir machen einfach weiter. Wir werden sicher nicht besser, wenn wir uns mit einer bestimmten Pleite zu sehr beschäftigen."
Chalmers und Lewis ohne Korberfolg
Wade kam auf 24 Zähler, Chris Bosh erzielte mit 20 Punkten und zwölf Rebounds ein Double-Double.
Im Gegensatz dazu enttäuschten die beiden anderen Starter komplett. Rashard Lewis und Mario Chalmers blieben in ihrer Einsatzzeit ohne einen einzigen Punkt.
Wittmans Worte wirken
Bei den Wizards zahlte sich eine ausgeglichene Teamleistung, bei der jeder eingesetzte Spieler punktete, und die Motivationsrede von Coach Randy Wittman vor dem Spiel.
"Die einzigen Personen, die glauben, dass ihr die Heat schlagen könnt, sitzen in dieser Kabine. Heute müssen wir ein Ausrufezeichen setzen", feuerte der Trainer sein Team an.
Die Worte verfehlten ihre Wirkung nicht und trieben Washingtons Bankspieler Crawford zu 22 Zählern.
Wizards-Bank macht den Unterschied
Auch Kevin Seraphin (16 Punkte und 10 Rebounds) und Martell Webster (13) punkteten als Auswechselspieler zweistellig.
"Das ist einer der befriedigensten Siege meiner gesamten Karriere. Ich freue mich so unglaublich für meine Jungs", schwärmte Wittman hinterher.
In der Starting Five überzeugte A.J. Price mit 14 Zählern und vier Assists.
Trotz des Erfolgs bleiben die Wizards mit zwei Siegen aus 15 Spielern weiterhin das schlechteste Team der Liga, doch für Shaun Livingston war der Sieg ein grosser Fortschritt: "Wir hatten bislang Probleme, vier Viertel konstant gut zu spielen. Diesen Schritt haben wir endlich gemacht."
Miami steht aktuell bei einer Bilanz von zwölf Siegen bei vier Niederlagen auf Platz zwei der Eastern Conference hinter den New York Knicks.
SPORT1










