Reifeprüfung: RGIII fordert den Champ
Von Eric Böhm
München - Das Hinspiel steckt dem Rookie-Phänomen noch in den Knochen.
Im Oktober sah Robert Griffin III schon wie der sichere Matchwinner aus, ehe Eli Manning das Blatt mit einer 77-Yard-Bombe noch zugunsten New Yorks wendete.
Im Monday Night Game des 13. Spieltages steigt nun das Rückspiel der beiden Quarterbacks. Für die Washington Redskins ist das Duell mit den Giants zudem ein Schlüsselspiel im Playoff-Rennen.
"Das letzte Mal haben wir nicht vergessen. Wir hatten es schon im Sack, aber jetzt bietet sich die grosse Chance, die Division wieder spannend zu machen", sagte RGIII.
Richtungsweisendes Duell
Trotz zuletzt zwei Siegen in Folge sind die Hauptstädter (fünf Siege - sechs Niederlagen) weiter zum Siegen verdammt.
Denn die beiden Wildcard-Plätze der NFC sind hart umkämpft. Eine Pleite gegen die Giants (7:4) würde dem direkten Konkurrenten zudem schon fast den Titel in der NFC East garantieren.
"Das Stadion wird kochen. Wir haben die Möglichkeit, uns einen Vorsprung zu erkämpfen und einen alten Rivalen entscheidend zu distanzieren. Die sollten wir nutzen", forderte Manning.
Giants mit Respekt
Der Titelverteidiger hat vor allem vor Griffin grossen Respekt. Die sensationelle Rookie-Saison des Youngsters nötigt auch erfahrenen Abwehrspielern Respekt ab.
"Wir werden alle Hände voll zu tun haben, ihn zu bremsen. Er ist als Läufer und Passer eine grosse Bedrohung", sagte Defensive End Justin Tuck.
Der deutsche Abwehrspieler Markus Kuhn kann nach seinem Kreuzbandriss in dieser Saison nicht mehr eingreifen, Tuck, Osi Umenyiora und Co. gehören aber auch so zur NFL-Elite.
In dieser Saison stehen sie mit 30 Quarterback-Sacks im Vorderfeld der Liga und forcierten bereits 35 Ballverluste des Gegners.
"Werden sie überraschen"
RGIII ist mit seiner Mobilität jedoch eine ganz spezielle Herausforderung. Bei der knappen 23:27-Niederlage in New York gelangen den Skins 248 Yards durch Läufe.
In Verbindung mit Running Back Alfred Morris bildet der Spielmacher mit den charakteristischen Rastalocken den besten Laufangriff der Liga.
Beim Sieg in Dallas meldete sich zudem auch Griffins Lieblingsreceiver Pierre Garcon mit einem Touchdown zurück.
"Wir haben unsere Stärken beibehalten, aber unser Passangriff ist noch gefährlicher geworden. Wir werden sie überraschen", versprach der 22-Jährige.
Shanahan bleibt cool
Die Erstrundenpicks der nächsten beiden NFL-Drafts zu opfern, hat sich so oder so für die Redskins bereits jetzt ausgezahlt.
Nach 20 grösstenteils erfolglosen Jahren herrscht bei dem dreimaligen Super-Bowl-Gewinner dank des charismatischen Neulings eine ungeahnte Aufbruchsstimmung.
Ein Sieg über die "G-Men" würde urplötzlich sogar Chancen auf den ersten Divisionstitel seit 1999 eröffnen.
"Wir denken jetzt nur an die Giants. Die letzten beiden Spiele waren sehr gut. Daran sollten wir uns orientieren", blieb Cheftrainer Mike Shanahan gelassen.
Passabwehr wackelt
Die grosse Schwachstelle im Saisonverlauf war bisher die ersatzgeschwächte Abwehr. Durchschnittlich gibt die Truppe von Defensive Coordinator Jim Haslett fast 400 Yards pro Partie ab.
Ohne die Leistungsträger Brian Orakpo, Adam Carriker und Brandon Merriweather hakt es besonders in der Passverteidigung.
"Da müssen wir sie attackieren. Wir werden wohl einige Punkte brauchen, um den Sieg mitzunehmen", vermutete New Yorks Coach Tom Coughlin.
Bricht Manning den Bann?
Seine Mannschaft bietet zudem in Victor Cruz und Hakeem Nicks sehr schnelle Receiver auf. Manning tut sich gegen Washington jedoch traditionell extrem schwer.
Vor seinem Big Play im Oktober standen in fünf Spielen einem Touchdown ganze acht Interceptions gegenüber.
"Er ist für uns ein gutes Matchup. Wir kennen seine bevorzugten Pässe. Ich hoffe, der Trend setzt sich fort", bestätigte Cornerback DeAngelo Hall.
SPORT1










