Oldie Batch zeigts den Ravens
Von Eric Böhm
München - Den Pittsburgh Steelers ist auch ohne den verletzten Star-Quarterback Ben Roethlisberger ein wichtiger Coup gelungen.
Am 13. Spieltag setzten sie sich bei den Baltimore Ravens 23:20 (3:0, 3:13, 7:7, 10:0) durch und beendeten die 16 Spiele andauernde Heimsiegesserie des Erzrivalen.
Roethlisbergers Ersatzmann Charlie Batch bot eine starke Vorstellung und brachte 25 seiner 36 Pässe für 276 Yards an den Mann.
"Niemand hat uns das zugetraut. Das ist für mich ein besonderes Erlebnis. Ich bekomme ja nicht mehr viele Chancen dieser Art", jubelte der Veteran.
Batch bleibt cool
Weil Roethlisberger noch an Schulter- und Rippenproblemen laborierte und auch Byron Leftwich (Rippenverletzung) ausfiel, durfte Batch ran.
Der 37-Jährige spielte in den Schlussminuten seine Erfahrung aus und führte Pittsburgh 61 Yards über das Feld.
Damit ermöglichte er Kicker Shaun Suisham mit auslaufender Spielzeit das siegbringende Field Goal. Gegen Cleveland hatte sein Team vor einer Woche noch acht Ballverluste angehäuft.
"Ich wusste, ich muss mich steigern. Die Offensive Line und die Receiver haben einen tollen Job gemacht", lobte Batch.
Wieder knappes Duell
Während die Ravens (9 Siege - 3 Niederlagen) dennoch Tabellenführer der AFC North bleiben, sind die Steelers (7:5) nun wieder aussichtsreich zurück im Playoff-Rennen.
Einmal mehr lieferten sich die Topteams der AFC North einen beinharten Kampf. Sieben der vergangenen acht Partien wurden mit drei Punkten Unterschied gewonnen.
"Es war ein typisches Spiel zwischen Pittsburgh und Baltimore. Es ist unglaublich, dass es immer wieder auf die letzten Sekunden hinausläuft", sagte Ravens-Coach John Harbaugh.
Flacco patzt
Trotz der unterdurchschnittlichen Leistung ihres Quarterback Joe Flacco (16 von 34 für 188 Yards, eine Interception) führten die Gastgeber ab dem zweiten Viertel fast durchgehend.
Flaccos Fumble brachte Pittsburgh zu Beginn des letzten Viertels jedoch wieder in Ballbesitz. Batch fand wenig später Tight End Heath Miller, dessen Touchdown zum Ausgleich führte.
"Dieses Spiel entscheidet die Division nicht. Wir haben alles selbst in der Hand", meinte Ray Rice.
Rice schafft Meilenstein
Baltimores Running Back schaffte 78 Yards und schob sich mit seinem 32. Touchdown auf Rang zwei der ewigen Teamrangliste. Nur Jamal Lewis liegt noch vor ihm.
"Wir haben viele Möglichkeiten ausgelassen. Wir hätten 30 oder 40 Punkte machen können. Wir haben uns das Leben selbst gemacht. Das mach die Pleite umso bitterer", haderte Flacco.
SPORT1 blickt auf eine weitere Partie des 13. Spieltages der NFL:
* Denver Broncos - Tampa Bay Buccaneers 31:23
Die Denver Broncos sicherten sich durch das 31:23 (7:10, 0:0, 21:0, 3:13) über die Tampa Bay Buccaneers vorzeitig den Titel in der AFC West.
Quarterback Peyton Manning fügte seiner grandiosen Comeback-Saison mit drei Touchdowns und 272 Yards Raumgewinn ein weiteres Kapitel hinzu.
Zweimal bediente er im dritten Viertel Receiver Demariyus Thomas und übertraf mit nun 29 Touchdowns den Teamrekord von John Elway und Jake Plummer.
"Es ist ein Schritt. Ein Divisionstitel und sieben Siege in Folge zählen im Januar nicht mehr. Wir wollen uns für die Playoffs weiter verbessern", sagte Manning.
Atlanta profitiert von Bucs-Pleite
Dank seines 71. Spiels mit mindestens drei Touchdown-Pässen liegt er nur noch hauchdünn hinter dem NFL-Rekordhalter Brett Favre (72).
Die Bucs (6:6) erlitten dagegen einen Rückschlag im Kampf um die Wildcard-Plätze in der NFC und schenkten den Falcons den Titel in der NFC South.
Von Miller trug einen abgefangen Pass von Tampa Bays Quarterback Josh Freeman zum entscheidenden 28:10 in die Endzone zurück.
"Der Unterschied war der Interception-Return. Danach mussten wir werfen und kamen nicht mehr zurück", analysierte Rookie-Trainer Greg Schiano.
* Dallas Cowboys - Philadelphia Eagles 38:33
Die Dallas Cowboys hielten ihre Playoff-Chance durch einen 38:33 (0:7, 10:10, 7:7, 21:9)-Erfolg gegen die Philadelphia Eagles am Leben.
Spielmacher Tony Romo brachte nur fünf seiner 27 Pässe nicht zu einem Mitspieler. 303 Yards und drei Touchdowns sprangen für den Matchwinner am Ende heraus.
"Wir hatten diesen Sieg dringend nötig. Das Team hat wie verrückt darum gekämpft. Das gibt uns einen Schub", meinte Romo.
Foles unterläuft der entscheidende Fehler
Dallas (6:6) brachte den Eagles (3:9) ausserdem ihre achte Niederlage in Folge bei. Deren Neuling Nick Foles (22 von 34 für 251 Yards) wehrte sich tapfer, leistete sich aber einen groben Schnitzer.
Knapp vier Minuten vor Schluss unterlief ihm ein Fumble, den Morris Claiborne 50 Yards zurück in die Endzone der Eagles trug und so den Cowboys das 38:27 ermöglichte.
"Es ist eine bitterer Niederlage. Wir haben alles gegeben und müssen die Saison anständig zu Ende bringen", forderte Foles. Die Tage von Trainer Andy Reid dürften dann gezählt sein.
SPORT1










