Lakers von Howards Ex-Team entzaubert
Von Eric Böhm
München/Los Angeles - Dwight Howard hat mit den Los Angeles Lakers gegen sein ehemaliges Team eine bittere Niederlage einstecken müssen.
Die Orlando Magic setzten sich im Staples Center mit 113:103 (52:52) und fügten den Lakers bereits die neunte Saisonniederlage zu.
"Superman" (21 Punkte, 15 Rebounds) zeigte im Duell mit den alten Kollegen zwar eine ordentliche Leistung, konnte aber den furiosen Endspurt Orlandos genauso wenig aufhalten wie Kobe Bryant (34 Zähler).
"Ich denke, unsere Fans wollten in erster Linie einen Sieg sehen. Das es gegen die Lakers und Dwight geklappt hat, dürfte ihnen besonders gefallen", sagte Arron Afflalo.
Magic nutzen Freiwurf-Schwäche
Angeführt vom ehemaligen College-Star der UCLA Bruins - er kam im Zuge des Howard-Deals aus Denver - gelangen den Gästen im letzten Viertel 40 Punkte. Der Guard markierte insgesamt 30 Zähler.
Zudem kannten die Magic Howards Kryptonit und schickten ihn mit harten Fouls immer wieder an die Freiwurflinie.
Das an seinen Vorgänger Shaquille O'Neal angelehnte "Hack-a-Howard" zahlte sich aus. Der Center traf nur neun seiner 21 Versuche von der Linie.
"Das hat uns sicher aus dem Rhythmus gebracht. Trotzdem ist diese Leistung unerklärlich. Ich dachte, wir hätten es kapiert", haderte Lakers-Reservist Antawn Jamison.
Davis hat Verständnis
Gegen die Denver Nuggets hatte der 16-malige NBA-Champion zuletzt im Hochgeschwindigkeitssystem des neuen Coaches Mike D'Antoni geglänzt. Davon war diesmal nichts zu sehen.
Howard verschwand im Übrigen direkt nach der Partie wort- und grusslos in die Kabine.
"Lasst Dwight in Ruhe. Ich würde in dieser Situation auch niemandem die Hand schütteln wollen. Wir sollen hier Basketball spielen und nicht Freundschaften auffrischen", sagte Orlandos Glen Davis (23 Punkte, 12 Rebounds).
Howard einsilbig
Der starke Forward und Aufbauspieler Jameer Nelson (19 Zähler, 13 Assists) unterstützten Afflalo beim entscheidenden 12:2-Lauf, der den Gästen drei Minuten vor dem Ende das 100:90 brachte.
Howard verfehlte dabei vier von sechs Freiwürfen. Für die neuformierten Magic war es erst der vierte Erfolg aus den vergangenen 14 Partien.
"Es war nicht emotional. Wir haben nicht genug investiert. Das haben sie ausgenutzt und gewonnen. Ende der Story", gab sich der langjährige Magic-Superstar auf der Pressekonferenz bockig.
D'Antoni macht körperliche Mängel aus
Etwas mehr Feuer und Leidenschaft hätte seinem Team bei dem Wiedersehen des dreimaligen Abwehrspielers des Jahres aber gut getan.
Auch unter D'Antoni kommen die Lakers nicht in Schwung. Glanzvolle Auftritte wechseln sich mit unbegreiflich laschen Leistungen ab.
"Wir können nicht aus unserer eigenen Haut. Ich glaube, es liegt nicht nur am Einsatz. Wir sind zu langsam. Gegen junge Teams, die Tempo gehen, bekommen wir Probleme", analysierte der Cheftrainer.
Nash trainiert mit dem Ball
Auch die gegen Denver noch so ausgezeichnete Bank gab diesmal keine Impulse und liegt mit durchschnittlich knapp 28 Punkten pro Partie im hinteren Drittel der NBA.
Aktuell steht in der Western Conference nur Rang acht - gleichauf mit den Dallas Mavericks - zu Buche. Die Ansprüche sind in Hollywood andere.
"Natürlich sind wir nicht zufrieden. Wir brauchen Geduld, aber langsam müssen wir Konstanz reinbekommen", betonte Bryant.
Auch Steve Nash wird nicht alle Probleme lösen können. Immerhin konnte der Point Guard (Bruch des Wadenbeinkopfes) vor der Partie leichtes Wurf- und Balltraining bestreiten.
SPORT1










