Mayo überstrahlt Fishers Mavericks-Debüt
Von Eric Böhm
München/Dallas - Die Dallas Mavericks haben nach drei Niederlagen in Folge in die Erfolgsspur zurückgefunden.
Ohne den nach wie vor schmerzlich vermissten Dirk Nowitzki (Reha nach Knie-OP) schlugen sie die Detroit Pistons souverän mit 92:77 (42:48).
Topscorer O.J. Mayo beendete seine persönliche Formkrise der vergangenen Partien und markierte 27 Punkte.
"Ich habe nach den schwachen Auftritten zuletzt im zweiten Viertel einige Würfe nicht genommen. In der Pause habe ich mir gesagt: 'Geh raus und mach dein Spiel'. Das hat geholfen", sagte der Shooting Guard.
Grosse Show im dritten Viertel
Während des vorentscheidenden 17:4-Laufes im dritten Viertel gelangen ihm gleich vier Dreier und 16 Zähler. Dadurch machte Mayo fast im Alleingang einen Rückstand wett.
Insgesamt versenkte der exzellente Schütze sechs Dreier. In den drei Partien zuvor waren ihm nur drei bei einer miserablen Wurfquote (32 Prozent) geglückt.
"O.J. hat die Qualität. Schlechte Phasen gibt es immer, aber er arbeitet hart an sich. Heute wurde er dafür belohnt", lobte Coach Rick Carlisle.
Fisher noch eingerostet
Damit bescherte Mayo Neuzugang Derek Fisher ein gelungenes Debüt. Der neue Point Guard stand sofort in der Startformation, traf aber nur einen seiner acht Würfe und leistete sich drei Ballverluste.
"Er gibt uns mehr Möglichkeiten. Seine Erfahrung hat unschätzbaren Wert für uns", erklärte Carlisle, der einst bei den Pistons seine erste Chance als Cheftrainer bekommen hatte.
Der wegen Fisher zum Reservisten degradierte Darren Collison schien von der Präsenz des fünfmaligen NBA-Champions zu profitieren.
Collison angestachelt
Die Mavs hoffen auf einen ähnlichen Effekt wie in der vergangenen Saison. Damals gab Fisher Oklahoma Citys Russell Westbrook als Mentor viel Halt.
Collison lieferte gegen Detroit acht Vorlagen ohne jeden Turnover. "Ich bin nicht überglücklich, aber ich versuche, dem Team zu helfen. Die einzige Statistik, die interessiert, sind Siege", sagte der 24-Jährige.
Seine Fingerverletzung - deswegen verpasste er die Partie in Chicago - schien Collison jedenfalls nicht mehr zu behindern.
Brand taucht auf
Erstmals seit langer Zeit stimmte auch die von Carlisle geforderte Einstellung in der Defensive. Im dritten Viertel gab sein Team nur elf Zähler ab.
Vor allem der bisher so enttäuschende Elton Brand (17 Punkte, 12 Rebounds, 4 Blocks) und Shawn Marion (9 Rebounds) taten sich in dieser Hinsicht beim achten Saisonsieg in der 17. Partie hervor.
Ex-Nationalspieler Chris Kaman hielt Dallas vor der Pause mit zehn Zählern in der Partie, bevor er sein drittes Foul kassierte. Zudem sammelte er neun Rebounds.
Vince Carter steuerte vier Dreier bei. Brand befeuerte im letzten Viertel den 13:0-Zwischenspurt, der endgültig den Sack zumachte.
Cuban gegen die Spurs
Eigentümer Mark Cuban konnte sich danach zufrieden zurücklehnen und seine Sicht zum aktuellen NBA-Aufreger darlegen.
Der sonst so Liga-kritische Milliardär begrüsste die Entscheidung, San Antonio eine Geldstrafe wegen des Schonens seiner Stars aufzuerlegen.
"Die landesweiten Spiele bringen der Liga das Geld. Ich verstehe die Spurs, aber sie haben NBA und Fans geschadet. Das ist nun einmal in erster Linie ein Geschäft", meinte Cuban.
Langer Trip steht an
Ob die ordentliche Leistung gegen die biederen Pistons nur ein Strohfeuer war, wird sich schnell herausstellen. Sechs der nächsten sieben Spiele steigen auswärts.
Den Auftakt macht in der Nacht auf Donnerstag der Auftritt bei den Los Angeles Clippers.
"Haben 29 Würfe danebengesetzt"
Bei den Pistons war Brandon Knight dank 20 Zählern bester Schütze. Der Zwölftplatzierte der Eastern Conference haderte mit den verpassten Chancen.
"Wir haben 29 Würfe in der Nähe des Korbes danebengesetzt. Es würde der eigenen Verteidigung helfen, wir diese Dinger reinmachen würden", ärgerte sich Detroits Trainer Lawrence Frank.
SPORT1










