D-Wade rettet Miamis Meisterparty
Von Eric Böhm
München/Miami - Der Meister hat sich zum Saisonstart der NBA keine Blösse gegeben.
Die Miami Heat bezwangen die Boston Celtics im Rematch der vergangenen Ost-Finals mit 120:107 (62:54).
Dwyane Wade war dank 29 Punkten bester Schütze der Heat, die fast die gesamte zweite Hälfte auf den von Krämpfen geschüttelten LeBron James (26 Zähler, 10 Rebounds) verzichten mussten.
"Umso wichtiger war der Sieg für uns. Wir wollten schliesslich unser erstes Spiel seit der Meisterschaft nicht verlieren und den Fans die Party verderben", sagte D-Wade.
Celtics zeigen Moral
Vor dem Tipoff hatte Miami in einer stimmungsvollen Zeremonie das Meister-Banner gehisst, und die Spieler ihre Ringe für den Titelgewinn erhalten.
Boston hätte dem Rivalen die Feier fast noch verdorben. Ein 11:2-Lauf brachte den Rekordmeister gut zwei Minuten vor Schluss auf 107:111 heran, aber Bosh (19 Punkte, 10 Rebounds) wehrte den Comeback-Versuch mit sieben Punkten in Folge ab.
"Diese tolle Nacht mit einem Sieg abzuschliessen, war besonders schön. Die emotionale Stimmung aus den Finals war sofort wieder da", bilanzierte Miamis Cheftrainer Erik Spoelstra.
James muss behandelt werden
James vernachlässigte bei der grossen Freude über den ersehnten ersten Meisterring offenbar sogar sein Aufwärmprogramm.
Zweimal musste der bis dahin überragende MVP nach der Pause in die Kabine, um seine Krämpfe behandeln zu lassen.
"Wenn sie erst einmal da sind, gehen sie nicht mehr weg. Da kannst du nichts unternehmen, aber ich mache mir keine Sorgen. Das war eine einmalige Sache", wiegelte der "King" ab.
KG ignoriert Allen
Andere Szenen des extrem umkämpften Duells sorgten für wesentlich mehr Aufregung. So verweigerte Bostons Kevin Garnett Ex-Celtic Ray Allen vor der Partie den Handschlag.
"Ich war gerade in der Konzentrationsphase und habe es überhaupt nicht mitbekommen. Er steht jetzt auf der anderen Seite", sagte Garnett über sienen ehemals besten Kumpel.
Allen (insgesamt 19 Punkte) antwortete auf seine Weise. Miamis neuer sechster Mann verwandelte gleich seinen ersten Wurf - natürlich ein Dreier aus der Ecke.
Rondo macht Wade sauer
Kapitän Paul Pierce (23 Zähler) war erfolgreichster Scorer der Celtics. Aufbauspieler Rajon Rondo sammelte 20 Punkte sowie 13 Assists.
Sein unsportliches Foul an Wade heizte die Playoff-würdige Atmosphäre kurz vor dem Ende noch einmal an. Rondo packte seinen Gegenspieler am Hals und schleuderte ihn nach hinten. Wade musste sich zwingen, ihm nicht den Ball ins Gesicht zu knallen.
"Das war eine miese Aktion. Die Liga wird sich darum kümmern. Er hat mich mit einer Clothesline aus dem Wrestling niedergestreckt", echauffierte sich Wade.
Terry enttäuscht
Der Sieg hellte "Flashs" Laune aber wieder auf. Grund zur Freude hatte er zusätzlich wegen eines Meilensteins. Als 123. Spieler der NBA-Geschichte durchbrach er die Schallmauer von 15.000 Punkten.
Auch die prominent besetzte Bank der Celtics konnte gegen "Miami Thrice" kaum Widerstand leisten. Der langjährige Maverick Jason Terry sammelte nur acht Zähler. Immerhin kam Jeff Green (nach Herz-OP) zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren zu einem NBA-Einsatz.
SPORT1 fasst das weitere Geschehen aus der NBA zusammen:
* Cleveland Cavaliers - Washington Wizards 94:84
Den Cleveland Cavaliers gelang gegen die Washington Wizards zum Auftakt ein souveräner 94:84 (50:39)-Heimerfolg.
Der brasilianische Center Anderson Varejao war mit 23 Rebounds, neun Punkten und neun Assists der überragende Akteur.
"Das ist das tollste Gefühl der Welt, so einen Spieler im Team zu haben. Er gibt immer alles und hatte heute fast ein Triple-Double", sagte Clevelands Topscorer Kyrie Irving (29 Zähler).
Wizards erzürnen den Coach
Die Cavs verspielten im dritten Viertel zwar eine grosse Führung, aber der amtierende Rookie des Jahres und Varejao hielten die Truppe auf Kurs. Neuling Dion Waiters steuerte beim Debüt 17 Punkte bei.
Die Wizards konnten die Ausfälle von Point Guard John Wall (Knieverletzung) und Center Nene (Fussverletzung) nicht kompensieren. Jordan Crawford (11 Zähler) war ihr bester Schütze.
"Das war nicht das Team, dass ich in der Vorbereitung gesehen habe. Wir haben viele uncharakteristische Fehler gemacht", analysierte Washingtons Coach Randy Wittman.










