Dirkules auf Eis gelegt! Saisonstart in Gefahr
Von Eric Böhm
München/Dallas - Das Bangen um das Knie der Nation geht weiter: Dirk Nowitzki hat einen Rückschlag erlitten.
Nach intensiven Trainingseinheiten am Wochenende kehrte die Schwellung in das rechte Knie des Superstars der Dallas Mavericks zurück
Der 34-Jährige wird in den nächsten Tagen nur individuell arbeiten und das Knie auf Eis legen.
Wenn keine Besserung eintritt, ist eine Arthroskopie unausweichlich.
"Es ist nicht ganz so geschwollen, wie in der letzten Woche. Ich versuche alles, um die Operation zu vermeiden. Ich würde lieber irgendwie durch die Saison kommen", sagt Nowitzki
Wiederkehrende Probleme
In der vergangenen Spielzeit hatte der Finals-MVP von 2011 bereits mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und setzte daraufhin eine Woche aus.
Danach präsentierte er sich wieder in gewohnter Topform. Im Sommer arbeitete Nowitzki besonders hart an seiner Fitness.
Während des Europa-Trips nach Berlin und Barcelona schwoll das Knie allerdings wieder an und wurde danach zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen punktiert.
"Die Schwellung kam jetzt bereits drei- oder viermal zurück. Das ist nicht gut. So kommst du nicht durch eine Saison mit 82 Spielen und hoffentlich lange Playoffs", befürchtet Nowitzki.
Entscheidung über OP naht
In der nächsten Woche soll dann eine Entscheidung über die drohende Operation fallen. In diesem Fall stünde Nowitzki drei bis sechs Wochen nicht zur Verfügung.
Der Saisonstart - am 30. Oktober gegen die Los Angeles Lakers - würde ohne den Kapitän der Mavericks stattfinden.
"Ich erhole mich eigentlich immer recht schnell. Wenn die Ärzte in das Knie schauen, weisst du aber nie. Es könnte auch viel schlimmer sein", meint Nowitzki.
Längere Pause?
Die "Dallas Morning News" spekuliert schon, der Worst Case für Coach Rick Carlisle könnte ein Ausfall seines Schlüsselspielers bis Dezember sein.
Es ist die nächste Hiobsbotschaft für den Ex-Meister, der acht neue Spieler in Carlisles "Flow-Angriff" ohne feste Spielzüge integrieren muss.
"Es ist keine einfache Situation, aber wir müssen jetzt abwarten, wie das Knie reagiert. Sollte Dirk ausfallen, müssen wir das bis zu seiner Rückkehr kompensieren", sagt der Cheftrainer.
Mayo treffsicher
Den Ernstfall konnte der 52-Jährige nach der Pleite in Barcelona auch beim 123:104 (57:58)-Erfolg gegen die Houston Rockets proben.
Nowitzki schaute von der Bank aus zu, wie O.J. Mayo (20 Punkte) seine Klasse andeutete. Der deutsche Ex-Nationalspieler Chris Kaman sammelte elf Rebounds.
Sein Treppensturz in Barcelona macht Mayo offenbar keine Schwierigkeiten mehr. Er ist in Anbetracht der Nowitzki-Situation als Scorer besonders gefordert.
"Im Angriff hat er so aggressiv gespielt, wie wir das von ihm sehen wollen. Da hat er grosses Potenzial. In der Abwehr muss er besser arbeiten", analysiert Carlisle.
Fehlende Abstimmunng
Die in Berlin noch mangelhafte Abstimmung mit den neuen Kollegen, wird sich durch die nun wegfallenden Einheiten und Vorbereitungsspiele für Nowitzki nicht verbessern.
"Das ist kein Problem. Ich bin schon lange dabei. Die Jungs haben heute gut zusammengespielt gespielt. Ich passe da jederzeit rein, ich verlange ja nicht 30 Mal pro Spiel den Ball", wischt "Dirkules" solche Bedenken weg.
Der Auftritt gegen die biederen Rockets taugt jedoch nicht als Gradmesser.
West aus dem Verkehr gezogen
Zu allem Überfluss gab es auch noch Ärger um Delonte West.
Nach "teamschädigendem Verhalten" - O-Ton Carlisle - wurde der Guard auf unbestimmte Zeit suspendiert.
Angeblich hätte sich West - je zwei Punkte und Assists in 16 Minuten - nach der Partie in der Kabine einen Ausraster geleistet.
Der 29-Jährige hatte bereits auf anderen NBA-Stationen Disziplinprobleme, war aber seit seiner Ankunft in Dallas nicht negativ aufgefallen.
Ein ideale Vorbereitung auf die brutale Western Conference ist für die Mavericks schon jetzt nur noch Illusion.
SPORT1
