Westgipfel: Manning kämpft gegen Chargers-Fluch
Von Eric Böhm
München - Für die meisten Teams ist Peyton Manning ein Schreckgespenst, die San Diego Chargers haben dieses Problem nicht.
Der Quarterback der Denver Broncos weiss um seine schwachen Zahlen und will diese im Monday Night Game des 6. Spieltages geraderücken.
Fünf seiner sechs vergangenen Starts gegen die Kalifornier verlor der viermalige MVP und leistete sich dabei 15 Interceptions. In einer Partie 2007 fingen die Chargers gleich sechs seiner Pässe ab.
"Das waren ganz andere Situationen. Trotzdem hast du das im Hinterkopf. Das motiviert nur noch mehr. Mit diesem Team kann ich die schlechten Ergebnisse hoffentlich korrigieren", hofft Manning.
Manning spielt starke Saison
Vielleicht bringt das neue Trikot den erhofften Umschwung im Westgipfel. Ein Sieg würde Denver eine ausgeglichene Bilanz und die gemeinsame Führung mit den Chargers in der AFC West bescheren.
Denn bisher spielt Manning in seiner Comeback-Saison nach drei Nackenoperationen auf einem Level, welches ihm die Indianapolis Colts nicht mehr zugetraut hatten.
Im Saisonverlauf brachte er 66 Prozent seiner Pässe für fast 1500 Yards an den Mann und weist das zweitbeste Quarterback-Rating der Liga auf.
"Das ist eben Peyton. Deshalb ist er hier. Er hebt uns in Spiel und Training auf ein ganz neues Level", lobt Receiver Demaryius Thomas.
Ballverluste bescheren Pleiten
Mannings Zahlen wären sogar noch besser, hätte er nicht im Monday Night Game des 2. Spieltages in Atlanta drei Interceptions geworfen - seitdem unterlief ihm keine mehr.
Der Rest der Truppe ist nicht ganz so ballsicher. Die Broncos stehen bei der Turnover-Differenz im hinteren Drittel der NFL. Gegen New England wurde so der mögliche Sieg verspielt.
"Daran müssen wir arbeiten. Wir haben Jungs, die niemals aufgeben. Wir müssen auf den Ball aufpassen und endlich einmal einen guten Start erwischen, dann können wir ein grossartiges Team aufbauen", meint Thomas.
McGahee vor Herkulesaufgabe
Neben Big-Play-Waffe Thomas und Eric Decker benötigt Manning aber auch ein effizientes Laufspiel, um seine Play-Action-Pässe werfen zu können.
Auf Running Back Willis McGahee kommt jedoch eine schwere Aufgabe zu, denn die Chargers geben durchschnittlich nur 74 Yards am Boden ab - dritter Rang in der Liga.
"Die Divisionsspiele sind besonders wichtig. Wir bleiben ruhig und fokussiert. Es ist eine grossartige Chance für uns", sagt Head Coach John Fox.
Mathews endlich topfit
Die Gastgeber könnten dagegen ihren guten Saisonstart veredeln und sich von den Broncos absetzen.
Eine Schlüsselrolle nimmt Ryan Mathews ein. Der Running Back hat den Schlüsselbeinbruch und seine Knöchelprobleme vom Beginn der Spielzeit endlich völlig auskuriert.
"Ich fühle mich fit wie schon lang nicht mehr", bestätigt Mathews, der in bisher drei Partien gegen Denver durchschnittlich auf 127 Yards kam.
Rivers fordert Killerinstinkt
Quarterback Philip Rivers gewann neun seiner zwölf Einsätze gegen den Rivalen aus der "Mile High City". Trotz der Niederlage lieferte er zuletzt gegen die Saints seine beste Saisonleistung ab.
"Wir haben ein meisterschaftsreifes Team, aber wir müssen diese engen Spiele nach Hause bringen. Gegen New Orleans hat das wieder nicht geklappt", hadert Rivers.
Der zweimalige Pro Bowler bangt vor dem Kracher noch um seinen besten Lineman Jared Gaither. Der linke Tackle laboriert an einer Leistenzerrung.
SPORT1










