Hoffen auf mehr: ''Dirks Hunger wird nicht enden''
Von Michael Spandern
München/Dallas - Aufatmen nach der Shopping-Tour: Während die Fans wenig von den Schlussverkauf-Erwerbungen Chris Kaman, Dahntay Jones, Elton Brand, Darren Collision, O.J. Mayo halten, sind die Bosse durchaus zufrieden.
Und nutzen die Chance, mit dem Gerücht aufzuäumen, der radikale Umbruch könnte auch eine Trennung von Dirk Nowitzki einschliessen.
Auch wenn der Finals-MVP von 2011 als einer von ganz Wenigen eine Vertragsklausel hat, die es verbietet, ihn wegzutauschen, ohne dass er zustimmt: Viele hatten geunkt, dass er mangels Konkurrenzfähigkeit des neuen Kaders einen Trade durchaus begrüssen würde.
Carlisle lobt loyalen Nowitzki
"Ich kenne keinen loyaleren Spieler in dieser Liga", pries Trainer Rick Carlisle den langjährigen Topscorer des Mavs nun in der Tageszeitung "Star-Telegram". "Wenn wir ihm weiterhin das richtige Team zur Seite stellen, wird er auch weiterspielen wollen".
Und ins gleiche Horn stiess der General Manager der Mavericks, Donnie Nelson: "Es ist nicht in Sicht, dass Dirks Hunger nach einem Meistertitel endet. Wenn du erst mal einen hast, willst du noch einen und dann noch einen."
Es liege an der Chefetage, ein Team zusammenzustellen, "das uns in die Lage versetzt, diese Träume wahrwerden zu lassen."
Neue "grosse Jungs" 2013?
Aber ob die Mitstreiter dem gerecht werden? Nelson sagt ja und bezeichnet Brand, dessen letzte All-Star-Nominierung sechs Jahre zurück liegt, als "verdammt guten Spieler".
Dazu kommt unter den Brettern Deutschlands Ex-Nationalspieler Kaman, den sich die Mavs als Free Agent angelten. Allzu siegessicher klingt es allerdings nicht, wenn der Manager sich dafür auf die Schulter klopft, beide wenn gewünscht 2013 wieder entlassen zu können.
"Nächstes Jahr haben wir beträchtlichen Spielraum unter der Gehaltsobergrenze, um uns einige grosse Jungs zu holen."
"Eine magische Ehe"
An einen neuen Vertrag für Nowitzki denkt er bislang nicht - schliesslich läuft der jetzige noch bis zum Jahr 2014, in dem Dirkules 36 Jahre alt wird.
Ohnehin stellt Nelson beim elfmaligen NBA-All-Star keinerlei Lust auf einen Luftwechsel fest: "Ich kann mir kein Szenario vorstellen, in dem Dirk seine Karriere nicht als Maverick beendet. Das ist wie eine Ehe, die von Beginn an magisch war. Und das wird sich nicht ändern."
Sein Leistungsvermögen auch nicht deutlich, glaubt der 49-Jährige: "Er wird in den nächsten zwei Jahren nicht plötzlich vor eine Wand laufen."
Auf der Leistungskurve von KG und Duncan
"Mit seiner Grösse und seiner Vielseitigkeit, als Stratege und Werfer, gehört er zu der Sorte Spieler, die mit Klasse altern", glaubt Nelson.
Seine Durchschnittswerte sanken zwar in der Vorsaison, auch bedingt durch die Nachwirkungen einer Knieverletzung, auf 21,6 Punkte und 6,8 Rebounds pro Partie.
Aber dennoch bewegt er sich auf dem Niveau, dass Bostons Power Forward Kevin Garnett (14,3 und 7,3) und San Antonios viermaliger Meister Tim Duncan (17,9 und 10,1) mit 33 Jahren hatten.
Neue Megaverträge mit 36 Jahren
Zwei Jahre später sind diese Beiden immer noch Leistungsträger ihrer Teams und verbuchen jeweils mehr als 15 Zähler und acht Rebounds im Durchschnitt.
Die Folge: Duncan und Garnett einigten sich im Juni mit den Spurs bzw. den Celtics auf einen neuen Vertrag, der sie weitere zwei Jahre in zigmillionenschwerem Lohn hält.
So weit mag Carlisle im Falle von Nowitzki allerdings noch nicht vorausplanen: "Es ist wichtig, nicht irgendwelche Annahmen zu treffen."
