Mavs: Letzte Hoffnung Free-Agent-Wühltisch
Von Eric Böhm
München - Derzeit vergeht kein Tag ohne Hiobsbotschaft für die Dallas Mavericks.
Der Meister von 2011 ist in nur 13 Monaten tief gefallen. Nach Wunschspieler Deron Williams wird auch die vermeintlich sichere 1b-Lösung Steve Nash nicht zu Dirk Nowitzkis Team zurückkehren.
Aktuell stehen in Nowitzki, Brendan Haywood und Shawn Marion nur noch drei Spieler unter Vertrag, die "Miami Thrice" den Titel in deren Premierensaison wegschnappten.
Die ewigen Talente Roddy Beaubois und Dominique Jones kamen damals nicht zum Einsatz. Prominente Verstärkungen sind aktuell nicht in Sicht.
"Ich vertraue auf Donnie (Manager Donnie Nelson, Anm. der Red.) und Mark (Teameigentümer Mark Cuban, Anm. der Red.), dass sie eine schlagkräftige Truppe zusammenbrauen", demonstriert Nowitzki bei "Sky" Zuversicht.
Nowitzki will nicht weg
Im Inneren des Finals-MVPs von 2011, der sich aktuell beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon aufhält, dürfte es allerdings etwas anders aussehen.
Dass es so schnell bergab gehen könnte, hätte "Dirkules" wohl nicht erwartet. Der Herbst seiner NBA-Karriere verspricht aktuell kein goldener zu werden.
Der menschlich wie sportlich so gut harmonierende Meisterkader wurde für das Luftschloss eines neuen Triumvirats um Nowitzki, D-Will und Dwight Howard geopfert. An einen Abschied von seiner einzigen NBA-Station denkt der 34-Jährige aber noch nicht.
"Ich habe noch zwei Jahre Vertrag in Dallas. Mal sehen, ob ich danach noch Spass habe und wie der Körper noch mitspielt", sagt Nowitzki.
"Spielst du bald alleine in Dallas?"
Es ist jedoch fraglich, ob er mit dann 36 Jahren eine Schlüsselrolle bei einem Titelaspiranten einnehmen kann.
Wenn der elfmalige All-Star noch einmal in Richtung NBA-Finals schielen will, dann wäre jetzt die Zeit, doch nicht nur seine Fans machen sich Sorgen.
"Verpflichten die Mavs noch einen Spieler für die neue Saison oder spielst du bald alleine in Dallas?", fragte ein besorgter Anhänger via "Twitter".
Lin-Verpflichtung unwahrscheinlich
Da Nash in Zukunft ein Gespann mit Kobe Bryant bei den L.A. Lakers bilden wird bleibt noch ein grosser Name für die Aufbauposition.
Jungstar Jeremy Lin unterhält seit seiner Zeit im Summer-League-Team der Mavs gute Beziehungen zu Nelson, die Knicks können aber mit jedem Angebot mitziehen - zudem hat ihm Houston schon einen 30-Millionen-Dollar-Vertrag angeboten.
Geld aktuell ohne Nutzen
Darin besteht Dallas' grösstes Dilemma. Denn der grosse finanzielle Spielraum bringt aktuell nicht viel.
Die meisten noch verfügbaren Free Agents sind "restricted" und können damit bei ihren aktuellen Teams gehalten werden.
Da potenziellen Leistungsträgern wie Center Spencer Hawes - bleibt in Philadelphia - oder Nowitzkis langjähriger Mitspieler Jason Terry - geht nach Boston - nicht einmal Offerten gemacht wurden, scheinen sich Cuban und Nelson bereits auf den Sommer 2013 zu konzentrieren.
Dann würde das gleiche Spiel von neuem losgehen. Wieder würde der Kader mit billigen Veteranen aufgefüllt, um sich irgendwie durch die Saison zu wurschteln.
Konzentration auf 2013?
Wenn Howard nicht doch noch per Trade aus Orlando flüchtet, wären er, All-Star Chris Paul und der beste Sixth Man James Harden dann möglicherweise auf dem Markt.
Das Risiko sollte den Verantwortlichen allerdings spätestens jetzt klar sein. Umso schwerer nachvollziehbar ist das Vorgehen im Draft.
Statt einen potenziellen Leistungsträger an Land zu ziehen, ging man freiwillig zurück und holte drei Entwicklungsprojekte, die wenn überhaupt erst in zwei bis drei Jahren weiterhelfen können.
"Cuban wird alles tun, um wettbewerbsfähig zu sein. Sie haben einen Plan, werden die richtigen Puzzleteile holen und schnell wieder oben mitmischen", ist sich Jason Kidd sicher.
Camby, Roy oder Kaman?
Der 39-jährige Point Guard wird dieses Vertrauen untermauern und demnächst einem neuen Vertrag über mindestens zwei Jahre zustimmen.
Darüber hinaus besteht weiter Interesse am dreimaligen All-Star-Guard Brandon Roy, der sein Comeback plant, und dem 38-jährigen Center Marcus Camby.
Auf dem leergefegten Free-Agent-Wühltisch tummeln sich ausserdem noch der deutsche Nationalspieler Chris Kaman, die Ex-Mavericks Delonte West und Josh Howard sowie Ergänzungsspieler vom Kaliber eines Ray Allen, Rashard Lewis oder C.J. Miles.
"Wir hatten uns das anders vorgestellt, aber so ist das Geschäft. Wir haben einige Namen auf der Liste und werden ein schlagkräftiges Team formen", behauptet Nelson. Nicht nur die Fans zweifeln mittlerweile daran.
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