Meister! James krönt sich mit Triple-Double zum King
Von Eric Böhm
München/Miami - Das Starensemble der Miami Heat hat sich im zweiten Versuch den NBA-Titel gesichert.
Nach der Vize-Meisterschaft 2011 schlugen sie die Oklahoma City Thunder im fünften Endspiel 2012 mit 121:106 (59:49) und gewannen die Best-of-Seven-Serie 4:1.
LeBron James beendete die Finals standesgemäss. Er schaffte dank 26 Punkten, elf Rebounds sowie 13 Assists ein Triple-Double und wurde folgerichtig zum MVP der Serie gewählt.
"Es ist der glücklichste Tag meines Lebens. Es bedeutet mir alles. Ich kann es noch gar nicht fassen", rang der bewegte Superstar um Worte und Fassung.
Grossartige Serie
Mit durchschnittlich 28,6 Punkten, 10,2 Rebounds und 7,4 Assists pro Partie spielte LBJ eine der besten Endspielserien aller Zeiten.
Damit tritt er in die Fussstapfen von Dirk Nowitzki, der die Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Finals 2011 erhalten hatte. Für James war es in seiner neunten Saison endlich der erste Titel.
"Ich freue mich so unheimlich für ihn. Er hat viel durchgemacht. Er hat sich als bester Spieler der Liga auf ein neues Level gesteigert", lobte Teamkollege Dwyane Wade.
Auf Duncans Spuren
James ist der erste Spieler seit Tim Duncan (2003), der in einem Jahr zum MVP der regulären Saison und der Finals ernannt wird.
Auch der Center der San Antonio Spurs schaffte im entscheidenden Spiel ein Triple-Double - James ist erst der fünfte NBA-Akteur, dem dies gelang.
"Ein Traum ist für mich wahrgeworden. Es war so schwer Cleveland, zu verlassen. Miami versprach mir eine grosse Zukunft. Jetzt hat es sich ausgezahlt", sagte James.
2011 als Antrieb
Der Wechsel und der mediale Zirkus bei der Vorstellung brachten ihm und den Heat seit dem Sommer 2010 viel Kritik und bei jeder Niederlage Spott und Häme ein.
Das Team lernte jedoch aus seinen Fehlern und präsentierte sich speziell in den Playoffs als Einheit und verzichtete grösstenteils auf die Showelemente.
"Wir hatten es uns leichter vorgestellt, aber im letzten Jahr war es Dallas' Zeit und nicht unsere. Diese bittere Erfahrung hat uns nun zu Champions gemacht", bestätigte Wade.
Miami von Anfang an hellwach
In ihrem letzten Heimspiel der Saison liessen die Heat nie einen Zweifel, dass sie daheim den Sack zumachen und nicht für Spiel 6 nach Oklahoma City zurückkehren würden.
Neben den beiden guten Co-Stars Chris Bosh (24 Zähler) und Wade (20) unterstützte diesmal der chronisch angeschlagene Scharfschütze Mike Miller den MVP.
Der 32-Jährige verwandelte vier seiner sieben Dreier in der ersten Hälfte. Damit trug er zu einem komfortablen 53:36-Vorsprung im zweiten Viertel bei.
"Wir haben immer an uns geglaubt und sind unseren Weg gegangen. Mit diesen Jungs zu spielen, macht Spass. Ich bin froh, dass es heute so gut geklappt hat", meinte Miller
Miller trumpft auf
Insgesamt gelangen ihm 23 Punkte. Miami schenkte den Gästen 14 Dreier ein. Die Thunder kamen zu Beginn der zweiten Hälfte noch einmal auf, aber Millers Distanztreffer schloss einen famosen 27:7-Ausbruch ab, der das Spiel entschied.
Der Guard setzte die Reihe starker Auftritte von Rollenspielern in den Finals fort. In den ersten beiden Partien hatte Shane Battier gross aufgetrumpft. Zuletzt spielten sich Point Guard Mario Chalmers und Backup Norris Cole ins Rampenlicht.
"Das war in den Playoffs unsere grosse Stärke. Auch nach Chris' Ausfall haben die anderen Jungs Verantwortung übernommen. In den Finals haben wir guten Teambasketball gespielt", betonte James.
Thunder geht die Luft aus
Bei den Thunder kam Topscorer Kevin Durant auf 32 Zähler sowie elf Rebounds. Russell Westbrook konnte nicht an seinen 43-Punkte-Auftritt aus Spiel 4 anknüpfen. Der Point Guard (19 Punkte) traf nur vier von 20 Würfen.
Mit der vierten Niederlage in Folge beendeten die jungen Thunder die Saison mit ihrer längsten Negativserie seit mehr als einem Jahr und zeigten erneut, dass sie noch nicht reif für den Titel waren.
"Es tut sehr weh. Sie haben eine verdammt gute Serie gespielt. Das musst du anerkennen. Es hat für uns noch nicht gereicht, aber wir werden hart arbeiten und zurückkommen", versprach Durant.
"Durchs Feuer gegangen"
Für Miami ist es nach 2006 die zweite Meisterschaft der Teamgeschichte. Damals gewannen die Heat gegen Dallas ebenfalls die Spiele 3,4 und 5 vor heimischer Kulisse. Neben Miami gelang dies nur den Detroit Pistons (2004).
Auch für den oftmals kritisierten Coach Erik Spoelstra war es eine grosse Genugtuung. Mit seinem 34. Playoff-Sieg stellte er den Teamrekord seines Präsidenten Pat Riley ein.
"Wir sind zusammen durchs Feuer gegangen und haben eine enge Verbindung aufgebaut. Wir hatten es oft mit der ganzen Welt zu tun. Das macht es umso erfreulicher", bilanzierte Spoelstra.
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