Kronzeugenregelung gefordert
Die Diskussionen um ein Anti-Doping-Gesetz in Deutschland erhalten durch die Enthüllungen um den gefallenen Radsport-Helden Lance Armstrong neuen Rückenwind.
"Lance Armstrong konnte nach Jahren vor allem deswegen überführt werden, weil es in den USA eine Kronzeugenregelung gibt. Kollegen, die mitgedopt haben, haben ausgesagt. Auch wir brauchen deshalb eine Kronzeugenregelung", forderte die bayerische Justizministerin Beate Merk.
Die CSU-Politikerin kämpft seit Jahren für schärfere Regelungen und hatte zuletzt im Juli einen eigenen Gesetzesvorschlag vorgestellt. Ein Evaluierungsbericht im Auftrag der Bundesregierung lobte am Mittwoch dagegen noch die bisherigen gesetzlichen Vorschriften.
"Die Evaluation kommt zu dem Schluss, dass sich dieses Gesetz grundsätzlich bewährt hat", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
Dennoch sollen nach den Empfehlungen des Berichts zusätzliche Massnahmen getroffen werden. Neben der Schaffung weiterer Schwerpunktstaatsanwaltschaften soll auch der Erwerb von Dopingmitteln strafbar werden.
