Deutsche gegen Europaspiele
Im deutschen Sport gibt es Widerstand gegen die Einführung von Europaspielen als Äquivalent zu den bekannten Asien- oder Panmerikanischen Spielen.
Über das Ja oder Nein zu einer solchen Grossveranstaltung sollen die 49 Mitglieder der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees in Europa (EOC) auf ihrer 41. Generalversammlung am 7./8. Dezember in Eilat/Israel abstimmen.
"Die Spitzenverbände des DOSB haben sich zu Europaspielen im vergangenen Dezember ablehnend geäussert. So hat das der DOSB auch im Kreis der EOCs vertreten", erklärte Christian Klaue, der Pressesprecher des Deutschen Olympischen Sportbundes.
Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins "Sponsors" zeichnet sich jedoch ab, dass die Mehrheit der stimmberechtigten NOKs für den Vorschlag stimmen wird. In einem solchen Fall würde das neue Event aller Voraussicht nach im Jahr 2015, also ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, zum ersten Mal ausgetragen.
"Jetzt wird abzuwarten sein, wie die finalen Planungen aussehen, die im kommenden Dezember zur Abstimmung stehen", ergänzte Klaue, der auch Mitglied der Marketingkommission des EOC ist.
Vor allem kleinere europäische Länder erhoffen sich von den Europaspielen neue und bessere Vermarktungsmöglichkeiten sowie eine stärkere Medienpräsenz.
Die grossen olympischen Sportverbände in Europa scheinen allerdings wenig überzeugt von der Idee. Sie verweisen auf den ohnehin schon prallvollen Terminkalender. Man müsse die Belastung für die Sportler im Auge behalten. Das Programm soll laut ersten Planungen 15 bis 18 Sportarten umfassen.
Als aussichtsreichster Kandidat für die Premiere gilt die Stadt Baku. Dass die Hauptstadt Aserbaidschans in der Lage ist, eine Grossveranstaltung zu organisieren, hat sie in diesem Jahr mit dem Finale des Eurovision Song Contest bewiesen.
Weltweit werden drei grosse Kontinental-Spiele bereits seit langem ausgetragen. Die ersten Panamerikanische Spiele und Asien-Spiele fanden jeweils 1951 statt, die ersten Panafrikanischen Spiele gab es 1965.
