Millar fordert: Verbruggen weg
Nach den Enthüllungen über Lance Armstrongs Doping-Machenschaften hat David Millar die Absetzung des Niederländers Hein Verbruggen als Ehrenpräsident des Weltverbandes UCI gefordert.
"Als erstes muss die UCI Verbruggen aus seinem Amt entfernen. UCI-Präsident Pat McQuaid muss sich von seinem Vorgänger distanzieren, denn unter Verbruggens Präsidentschaft war es am schlimmsten und gab es ausserdem die meisten Dementis zu Dopingverdächtigungen. Verbruggen war der Kopf der Organisation mit dem grössten Doping-Problem in der Geschichte des Sports", sagte Millar dem "Daily Telegraph".
Verbruggen stand von 1991 bis 2005 an der UCI-Spitze. In seiner Ära konnten Armstrong und seine Gehilfen wie der Belgier Johan Bruyneel laut den Beweisen der US-Anti-Doping-Agentur ihr Doping-Netzwerk auf- und ausbauen.
Millar: "Die UCI muss ihre Verantwortung für die Ereignisse dieser Zeit akzeptieren und Konsequenzen daraus ziehen, denn es war offensichtlich, was vor sich ging. Die UCI hatte alle Blutdaten, alle medizinischen Berichte. Doping gehörte zur Kultur des Sports, und die grossen Rennen bestritt die Mehrzahl der Fahrer damit, es gab nur eine Minderheit von Fahrern, die ohne Doping gute Ergebnisse erzielte - und sie waren Aussenseiter."
Der 35-Jährige vom Garmin-Sharp-Team war selbst wegen Dopings gesperrt und verlor deswegen auch seine Goldmedaille für den Sieg im WM-Einzelzeitfahren 2003 in Hamilton.
Seit seinem Comeback ist Millar ein entschlossener Kämpfer gegen Doping und auch schon für die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada aktiv.










