Bruyneel bei RadioShack entlassen
Lance Armstrongs Ex-Vertrauter Johan Bruyneel ist am Freitag vom Luxemburger Radteam RadioShack Nissan gefeuert worden.
"Sein Abschied ist zur Sicherung des Zusammenhalts und des inneren Friedens unseres Teams wünschenswert", teilte der Rennstall der deutschen Profis Jens Voigt und Andreas Klöden zwei Tage nach der Veröffnetlichung der Urteilsbegründung für Armstrongs lebenslange Dopingsperre mit zahlreichen Hinweisen auf Bruyneels Verwicklung in den Skandal mit.
"Der USADA-Bericht beinhaltet mehrere Zeugenaussagen. Im Lichte dieser Zeugenaussagen sahen beide Seiten die Notwendigkeit für diesen Schritt, weil Johan Bruyneel das Team nicht mehr länger angemessen und effektiv führen kann", hiess in der von der Luxemburger Trägergesellschaft Leopard S.A. verbreiteten Erklärung weiter.
Bruyneel wird im Bericht über die Doping-Praktiken seines einstigen Zöglings Armstrong vorgeworfen, von 1998 bis 2010 massgeblich an einer massiven Dopingverschwörung beteiligt gewesen zu sein.
"Bruyneel war in alle Details eingeweiht und an der Beschaffung und Organisation von Bluttransfusionen beteiligt", heisst es in dem USADA-Bericht.
Anders als Armstrong hat Bruyneel allerdings Einspruch gegen die vorangegangene Anklage der USADA eingelegt und den Fall damit vor ein Schiedsgericht gebracht. Dem Belgier droht eine lebenslange Sperre.
Bei RadioShack-Nissan hatte vor Bruyneels Rauswurf bereits grosse Unruhe geherrscht. Der Schweizer Radprofi und Peking-Zeitfahrolympiasieger Fabian Cancellara drohte noch am Freitag nach den schweren Dopingvorwürfen gegen Bruyneel durch USADA mit seinem Absprung von der WorldTour-Mannschaft.
"Johans Name wird in dem Bericht 129-mal genannt. Ich weiss nicht, ob ich noch mit ihm zusammenarbeiten kann. Wir werden sehen, was als nächstes passiert. Ich will wissen, was da gelaufen ist", zitierte die belgische Tageszeitung Het Laatste Nieuws Cancellara.










