Pevenage räumt Doping ein
Der frühere Radsport-Manager Rudy Pevenage hat den Einsatz von Dopingmitteln während seiner Zeit als Chef beim Team Telekom zur Jahrtausendwende eingeräumt.
Dies sei notwendig gewesen, um im Duell mit dem im Bericht der US-Antidoping-Agentur USADA schwer belasteten siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong konkurrenzfähig zu bleiben.
"Hatten wir denn eine Wahl? Nach dem Festina-Skandal 1998 haben wir beim Team Telekom mit allem aufgehört. Keine Substanzen, keine Präparate, nichts! So sind wir bis 2001 in dem Glauben verfahren, dass unsere Rivalen genauso handeln", sagte Pevenage der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe". Doch dann habe man angefangen, sich über Armstrong und das US-Postal-Team zu wundern.
"Wir haben gesehen, dass bei ihnen nichts stimmte. Armstrong wurde übermenschlich. Was sollten wir tun? Ihn seine Spielchen spielen lassen, während er von keinem Test überführt werden konnte? Wir haben nach einem Rezept gesucht, dem Rezept Armstrongs", so Pevenage.
Heute könne man abschliessend sagen, dass wir alle "Opfer von Lance Armstrong und Johan Bruyneel wurden". Im Vergleich zu den "Gangstern bei US Postal bin ich nur ein kleiner Fisch gewesen", sagte Pevenage dem belgischen TV-Sender "VRT".
Pevenage war 2006 in den Dopingskandal Fuentes verwickelt und von der Leitung des damaligen Teams T-Mobile suspendiert worden. Später hatte er eingeräumt, für den früheren Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich Reisen zum umstrittenen Arzt Eufemanio Fuentes organisiert zu haben.
Die USADA hatte am Mittwoch ihren Bericht an den Radsport-Weltverband UCI übergeben. Die UCI hat nun drei Wochen Zeit, über die Aberkennung von Armstrongs sportlichen Ergebnissen seit dem 1. August 1998 inklusive seiner sieben Siege bei der Tour de France zu entscheiden. Armstrong werden unter anderem die Einnahme sowie der Handel mit verbotenen Substanzen vorgeworfen.










