Thurau hält zu Armstrong
Der frühere Radprofi Dietrich "Didi" Thurau hat sich gegen eine Aberkennung der sieben Tour-de-France-Titel des lebenslang gesperrten Lance Armstrong ausgesprochen.
"Wenn man Armstrong disqualifiziert, müsste man das Gleiche mit den anderen 200 Fahrern machen, die am Start standen", sagte der 57-Jährige der "Sport Bild". Es wäre "ein Witz, jetzt nachträglich (Jan) Ullrich, (Alex) Zülle oder (Andreas) Klöden zum Sieger zu ernennen."
Thurau hatte bei der Frankreich-Rundfahrt 1977 15 Tage das Gelbe Trikot des Gesamtführenden getragen.
Später gestand der gebürtige Frankfurter die Einnahme von Dopingmitteln. Armstrong hält Thurau trotz der schweren Dopingvorwürfe für bewundernswert: "Ich bleibe ein Fan von Lance Armstrong. Er war zu seiner Zeit der Beste, ob mit oder ohne Hilfsmittel. Und Doping war zu seiner Zeit leider weit verbreitet. Seine Konkurrenten waren auch nicht sauber."
Am Freitag hatte die USADA eine lebenslange Sperre für Armstrong ausgesprochen und beantragt, dass alle Ergebnisse des Texaners seit dem 1. August 1998 gestrichen werden sollen, zu denen auch seine sieben Siege bei der Frankreich-Rundfahrt gehören. Die Titel kann allerdings nur der Radsport-Weltverband UCI offiziell aberkennen.
Nach einem Bericht der USA Today hat die USADA Armstrong ein Angebot zur Zusammenarbeit unterbreitet. Agentur-Chef Travis Tygart stellte dem 40-Jährigen eine Reduzierung seiner Sperre in Aussicht, sollte er sich an der Aufklärung der Dopingvorwürfe beteiligen und ein vollständiges Geständnis abgeben.
