DFB: Bierhoff bleibt Linie treu
Die Verantwortlichen der deutschen Nationalmannschaft wollen sich trotz der herben Kritik nach dem Halbfinal-Aus bei der EM und dem 4:4 (3:0) im jüngsten WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden nicht von ihrem Kurs abbringen lassen. Das machte Manager Oliver Bierhoff am Freitag deutlich.
"Seit dem Schweden-Spiel baut sich der Druck auf Joachim Löw und mich wieder auf. Das ist aber nicht das erste Mal, dass so ein öffentlicher Druck entsteht. In solchen Situationen muss man eine Sicherheit entwickeln, was wirklich getan werden muss", sagte Bierhoff bei einer Podiumsdiskussion in Oestrich-Winkel: "Man muss die Schritte gehen, von denen man überzeugt ist, und nicht die, die gerade populär sind und von aussen gefordert werden."
Laut Bierhoff will sich Bundestrainer Löw am Samstag im "Aktuellen Sportstudio" des "ZDF" noch einmal zum Schweden-Spiel und der Situation der deutschen Auswahl äussern. "Es ist wichtig, dass er nochmal Stellung bezieht", äusserte Bierhoff.
Der Manager ist sich allerdings darüber im Klaren, dass die Diskussion um den Zustand des Nationalteams noch lange andauern wird. "Ich habe zwar die Hoffnung, dass angesichts der tollen Spiele, die in der Bundesliga und der Champions League anstehen, der Fokus wieder auf die Vereine gerichtet wird. Aber dieses Thema wird immer wieder aufkommen und wird uns wohl bis zum Ende der Qualifikation begleiten", sagte der Europameister von 1996.
Unterstützung erhält die Führung der Nationalmannschaft aus der Chefetage des deutschen Meisters Borussia Dortmund. "Bei der derzeitigen Diskussion in der Öffentlichkeit habe ich den Eindruck, dass der deutsche Fussball am Abgrund steht. Joachim Löw soll sich nicht ablenken lassen von diesem Negativ-Hype. Er ist absolut der richtige Trainer", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Wir haben eine Top-Nationalmannschaft mit den richtigen Leuten an den richtigen Stellen."
Watzke konnte sich in diesem Zusammenhang einen Seitenhieb auf Bayern-Präsident Uli Hoeness, der zuletzt die Wohlfühl-Diskussion rund um die DFB-Elf angestossen hatte, nicht verkneifen. "80 Prozent der Diskussionen sind oberflächliche Alibi-Diskussion. Es wird über Tischtennis-Platten diskutiert, und ob sich die Spieler zu wohlfühlen. Das ist doch Kindergarten", äusserte Watzke: "Wir sollten über den Fussball diskutieren."

