Schiri Kempter feiert Comeback
Ex-FIFA-Schiedsrichter Michael Kempter (Sauldorf) hat in der fünften Liga nach mehr als zwei Jahren sein Comeback als Referee gegeben. Der 29-Jährige pfiff das Oberligaspiel zwischen den Stuttgarter Kickers II und Villingen (0:2).
"Es war eine lange, harte Zeit. Wenn man das seit dem zwölften Lebensjahr macht, steckt schon viel dahinter", sagte er der "Bild am Sonntag". Er schickte einen Villinger Spieler im Verlauf der Begegnung per Gelb-Roter Karte vom Platz.
Kempter hatte sein letztes Bundesligaspiel am 17. Januar 2010 geleitet. Im Juli war bekannt geworden, dass der Unparteiische in der Oberliga Baden-Württemberg als Schiedsrichter wieder zum Einsatz kommen wird. Laut "BamS" wurde der Schiri zum Oberligaspiel am Samstag von einer achtköpfigen Delegation begleitet, darunter auch seine Anwältin Leoni Frank.
Kempter, der bisher jüngste Bundesliga-Schiedsrichter (Debüt im Jahr 2006 mit 23 Jahren), hatte monatelang wegen seines Rechtsstreits mit dem früheren Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell für Schlagzeilen gesorgt. Kempter hatte Amerell gegenüber dem Deutschen Fussball-Bund (DFB) und später auch in den Medien sexuelle Belästigung in mehreren Fällen vorgeworfen. Amerell besteht bis heute darauf, dass die Beziehungsaffäre einvernehmlich war.
Den deutschen Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel hatte das Comeback des einstigen Spitzen-Referees Kempter in der fünften Liga nicht interessiert. "Da ich aber nur für die Elite-Schiedsrichter der ersten drei Ligen zuständig bin, gibt es von meiner Seite dazu nichts zu sagen", hatte Fandel unlängst beim Vorbereitungs-Lehrgang der Bundesliga-Unparteiischen erklärt.

