Hohe Schulden belasten Köln
Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln droht der wirtschaftliche Kollaps.
Die am Freitag veröffentlichte Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/11 weist laut der Tageszeitung "Express" ein alarmierendes Minus von 8,9 Millionen Euro aus.
Die risikoreiche Personalpolitik der Vergangenheit könnte sich sich für den Traditionsklub nach dem Absturz in die Zweitklassigkeit als Bumerang erweisen, denn allein die Kosten für die aussortierten Profis wie Pedro Geromel, Milivoje Novakovic und Michael Rensing belaufen sich in der kommenden Saison auf zehn Millionen Euro.
Die von der neuen Führungscrew um den Präsidenten Werner Spinner beauftragte Prüfung der Buchführung ergab keine Beanstandungen, offenbarte jedoch unter anderem bei besagten Ex-Stars ernüchternde Inhalte.
Das Risiko einer Insolvenz beziffern die Klub-Verantwortlichen im Express dennoch mit "unter ein Prozent".
Um die Liquidität zu sichern, muss kurzfristig Geld beschafft werden. Gedacht ist an eine Millionen-Anleihe zwischen fünf und 12,5 Millionen Euro, die zu sechs Prozent verzinst werden soll.
Damit würde der FC mit insgesamt 31 Millionen Euro Schulden in die neue Zweitliga-Spielzeit gehen. Das Präsidium steht vor der schweren Aufgabe, den Spagat zwischen sportlichen Zielen, sprich Wiederaufstieg, und den Abbau der Verbindlichkeiten zu schaffen.
"Jeder weiss, dass wir ein schweres Jahr vor uns haben, gerade wegen der Kostensituation bei den abzugebenden Spielern. Aber Insolvenz? Das ist Quatsch. Wir sind zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben ordnungsgemäss lösen zu können", wurde Spinner kürzlich zitiert, nachdem im Internet Gerüchte über die mögliche Zahlungsunfähigkeit des FC verbreitet worden waren.
Mit der Veröffentlichung der Bilanz im Bundesanzeiger haben die Spekulationen neue Nahrung erhalten.

