Kerbers grosser Traum - Petkos Geduldsspiel
New York - Von Dallas nach New York: Für Angelique Kerber so etwas wie die Endstation Sehnsucht.
Von New Haven nach Manhattan: Für Andrea Petkovic so etwas wie eine Reise zurück in die Zukunft.
Die Ausgangslage vor den am Montag beginnenden US Open könnte für das deutsche Tennis-Duo unterschiedlicher kaum sein.
Während Flushing Meadows für Petkovic nach dem Achtelfinal-Aus von New Haven nicht mehr als eine Durchgangsstation auf dem Weg zurück zu alter Stärke sein soll, zählt die Weltranglistensechste Kerber beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres zum engen Kreis der Titelanwärterinnen.
"Mir wäre es schon wichtiger, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen, als die Nummer eins der Welt zu sein", sagte Wimbledon-Halbfinalistin Kerber und konnte ihre Ankunft im Big Apple kaum erwarten: "Ich freue mich schon, die schönen Erinnerungen des letzten Jahres hochkommen zu lassen. New York 2011, da hat es bei mir klick gemacht, das vergisst man nicht."
Navratilova glaubt: Kerber kann gewinnen
Vor einem Jahr hatte mit der sensationellen Halbfinal-Teilnahme bei den US Open die wundersame Reise der damaligen Nummer 92 Richtung Weltspitze begonnen.
Jetzt könnte Kerber zwölf phantastische Monate (u.a. zwei Turniersiege) mit dem ganz grossen Coup an der Stätte ihrer "sportlichen Geburt" krönen.
"Angelique hat alles, was sie braucht, um dieses Turnier zu gewinnen", meinte Ikone Martina Navratilova.
Familie unterstützt "Angie"
Jeder Wunsch geht aber auch bei Kerber nicht in Erfüllung. In Dallas verpasste die 24-Jährige ein Treffen mit Basketballstar Dirk Nowitzki von den Mavericks. "Angie" hatte ihre Teilnahme am WTA-Turnier in der texanischen Grossstadt am Montag wegen Schmerzen in der linken Schulter zwar abgesagt, sie weilte aber trotzdem dort.
"Schade, dass ich Dirk Nowitzki nicht getroffen habe. Er kam am Mittwoch auf die Tennis-Anlage, aber da war ich leider schon auf dem Weg nach New York. Ich hätte ihn gerne gesehen", sagte Kerber, die bereit ist für das hektischste Major-Turnier des Jahres: "Ich habe zwei Tage pausiert und fühle mich fit."
Zusätzliche Motivation: Ihre Mutter und Schwester kommen nach New York - und vielleicht erstmals auch die Oma aus Polen.
Petkovic ernüchtert
Andrea Petkovic indes hat nach zwei langen Verletzungspausen von jeweils knapp vier Monaten in diesem Jahr ganz andere Erwartungen an New York 2012.
"Mein einziges Ziel ist es, gesund zu bleiben und meine Konstanz zu finden. Ich habe zu akzeptieren, dass dies das schlechteste Jahr meiner bisherigen Karriere war", betonte die einstige Weltranglistenneunte.
Im zweiten Match nach ihrem Comeback kassierte sie am Mittwoch ein 4:6, 1:6 im Achtelfinale von New Haven/Connecticut gegen Dominika Cibulkova (Slowakei) und brachte dabei nur zweimal ihr Aufschlagspiel durch.
Galgenhumor hilft "Petko"
Im vergangenen Jahr hatte "Petko" bei den US Open die Runde der letzten acht erreicht. Mit drei Viertelfinal-Teilnahmen bei den vier Majors war die 24-jährige Darmstädterin die konstanteste Grand-Slam-Spielerin der vergangenen Saison.
"Ich muss positiv bleiben. Es dauert eben seine Zeit, wieder die Alte zu werden", sagte die in Flushings Meadows ungesetzte Hessin, die sich trotz der Rückschläge ihren Humor bewahrt hat: "Ich bin sehr zufrieden, weil ich mir diese Woche nicht das Genick gebrochen habe."
Das Geduldsspiel hat begonnen.
SPORT1










