''Murray ist ein Champion, auch ohne Krone''
München - Die Sport-Presse huldigt König Roger - und tröstet den untröstlichen Verlierer.
"Er spielte wie ein Gott", sagt die "Times" über Roger Federer. Die "NZZ" schreibt von einer "Krönung seiner goldenen Ära".
Rund um die Welt fallen Superlative ob Roger Federers siebtem Streich in London .
Sogar die englischen Medien verneigen sich, obwohl der Schweizer mit seinem Finalsieg über Andy Murray das Königreich in ein Meer der Tränen gestürzt hat.
Auch für den Schotten prasselt Lob und Anerkennung nieder: "Auf Augenhöhe und teilweise brillant hat er sich gegen Roger Federer gewehrt, der allgemein als bester Spieler der Tennisgeschichte gilt", so der "Independent"
SPORT1 fasst die Pressestimmen zusammen.
Grossbritannien
The Times: "Es endete in Tränen für Murray - okay. Vielleicht bekommen wir die nächste Chance in 74 Jahren. Es gab einen langen, schönen Moment, da schien es möglich zu sein. Doch dann fielen die Tränen wie der Regen und der Regen fiel wie die Tränen, und auf der anderen Seite des Netzes stand ein Mann, der spielte wie Gott, wenn er seinen besten Tag hat."
Independent: "Andy, wir wissen, wie du dich fühlst - Andy Murray hat der Nation nicht den erhofften Auftakt in den goldenen Sportsommer beschert, aber er hat das Zweitbeste geschafft. Auf Augenhöhe und teilweise brillant hat er sich gegen Roger Federer gewehrt, der allgemein als bester Spieler der Tennisgeschichte gilt. "
Daily Telegraph: "Tränenüberströmter Murray verliert auf dem Platz, doch gewinnt die Herzen der Nation - 'Ladies und Gentlemen, auf Platz zwei: Andy Murray.' Diese Worte wollte um 18.20 Uhr wohl niemand hören. Nicht die Tausende auf dem Centre Court, die unentwegt seinen Namen gerufen hatten. Nicht die Millionen, die zu Hause zugeschaut hatten. Und natürlich nicht Murray selbst. Doch die Worte verrieten nicht die ganze Wahrheit dieses unglaublichen Endspiels. Ja, er war der Verlierer. Aber wenn Murray die Tennisschuhe in die Ecke stellt, wird er erkennen, dass er an diesem Tag endlich in die britischen Herzen eingezogen war."
Guardian: "Murray ist ein Champion, auch ohne Krone - Jeder, der nicht einen Tropfen Sympathie für Andy Murray übrig hat, nachdem er von Roger Federer in diesem packenden Wimbledonfinale geschlagen worden war, verkennt das Genie."
Schweiz
Blick: Um 19.14 Uhr Schweizer Zeit verwertet Roger Federer seinen zweiten Matchball und schreibt Geschichte: Mit dem siebten Wimbledon-Triumph schliesst er zu Rekordhalter Pete Sampras auf und dessen 286 Wochen an der Spitze der Weltrangliste (Rekord) wird er toppen (noch eine Woche fehlt ihm dazu). Denn am Montag löst Federer Novak Djokovic als Nummer 1 der Welt ab. Den Platz auf dem ewigen Tennis-Thron zementiert der Baselbieter mit seinem 17. Grand-Slam-Triumph (Rekord). Die Sport-Welt verneigt sich vor King Roger!
Neue Zürcher Zeitung: Schon jetzt wird Federer von den meisten seiner Konkurrenten als bisher bester Spieler bezeichnet. Die Zuschauer bringen ihm auch dann Respekt entgegen, wenn er wie am Sonntag gegen einen Lokalmatadoren antritt. Erst die Zukunft aber wird möglicherweise dem Letzten die Augen öffnen, wie aussergewöhnlich Federers Karriere wirklich ist. Der siebente Wimbledon-Sieg ist die Krönung seiner goldenen Ära.
20 Minuten online: C'mon Roger! Die 300 Wochen packst du auch! Mit dem Wimbledon-Sieg egalisiert Roger Federer Pete Sampras' Bestmarke von 286 Wochen als Weltnummer 1. Die Chancen stehen gut, dass er diesen Rekord auf eine runde Zahl schrauben kann.
SPORT1
