Jaksche über Voigt: 'Glaube ihm nicht'
Berlin/Kopenhagen - Für Jens Voigt wird die Luft immer dünner.
Nach Tyler Hamilton hat auch der ehemalige deutsche Radprofi Jörg Jaksche seinen früheren Berliner Teamkollegen eindeutig der Doping-Lüge bezichtigt.
Der Ansbacher, der 2004 mit Voigt für den dänischen Rennstall CSC gefahren war, sagte der "Süddeutschen Zeitung": "Wer bei CSC nicht mitbekommen hat, dass andere Fahrer - inklusive mir - gedopt haben, dem kann ich nicht glauben."
Der Doping-Kronzeuge Jaksche weist bei seinen Vorwürfen auf folgende Umstände hin.
"Zufälligerweise war Voigt immer bei den Teams mit den zweifelhaftesten sportlichen Leitern", sagte er der "SZ".
"Aussagen sind fragwürdig"
"Voigt hatte ausserdem seine erfolgreichste Zeit, als EPO noch nicht nachweisbar war, insofern sind seine Aussagen mehr als fragwürdig. Und diejenigen, die nach Dopingskandalen immer sagen, das sei doch Vergangenheit, veräppeln die Leute eh am meisten", sagte Jaksche.
Hamilton beschuldigt Voigt
Auch der ehemalige Dopingsünder Hamilton hatte Jens Voigt in einem Interview mit der dänischen Tageszeitung "B.T." vorgeworfen , in Bezug auf Doping in ihrem damaligen Rennstall CSC (2002 und 2003) nicht die Wahrheit zu sagen, wenn er erkläre, er habe im Team von Bjarne Riis niemals etwas davon mitbekommen.
"Du musst von Blinden umgeben sein, wenn du in deiner 15-jährigen Karriere nie etwas gehört oder gesehen haben willst", hatte Hamilton erklärt.
Er glaube definitiv, dass Voigt auch selbst gedopt habe. "Aber ich habe keine spezielle Kenntnis davon", sagte Hamilton.
Voigt genervt
Trotz dieser massiven Anschuldigungen denkt Jens Voigt offenbar nicht an juristische Schritte gegen Hamilton. Der Berliner Tageszeitung "B.Z." sagte der 41-Jährige scheinbar gelassen: "Dagegen kann ich nichts machen. Er behauptet ja nicht, dass ich gedopt habe", sagte Voigt, "ich werde keine Rechtsmittel einsetzen."
Verärgert war er über die Aussagen aber dennoch.
"Tja, es sieht so aus, als würde es nie enden, oder? Bin gerade vom Training nach Hause gekommen und habe die Nachricht gelesen. Ich habe es sooo satt", "twitterte" Voigt, der in der vergangenen Woche der "B.T." gesagt hatte, er habe nie etwas von Doping im Team gehört und auch nichts gesehen.
Riis ein Lügner?
Hamilton bezichtigte in seinem Rundumschlag auch Bjarne Riis der Lüge. Dieser hatte behauptet, nie Kontakt zum mutmasslichen Dopingarzt Dr. Eufemiano Fuentes gehabt zu haben.
Dazu Hamilton erklärte Hamilton, man habe sich 2003 einmal zusammen in einem Hotelzimmer in Spanien am Rande der Baskenland-Rundfahrt getroffen.
Hamilton teilte aber nicht nur aus, er muss auch einstecken.
Piil ist "richtig sauer"
Der frühere dänische Profi Jakob Piil bezeichnete Hamilton als Lügner.
Der 39-Jährige, der 2007 für das deutsche Team T-Mobile fuhr, wies dessen Anschuldigungen zurück, wonach die CSC-Mannschaft mit Piil und Hamilton bei der Tour 2002 und 2003 systematisch mit Kortison gedopt habe.
"Das macht mich richtig sauer, weil es einfach nicht stimmt. Wenn Tyler sagt, dass wir alle unerlaubt Kortison benutzt haben, lügt er, weil ich sauber gefahren bin", sagte Piil der schwedischen Zeitung "Ekstrabladet".
Piil war bei beiden fraglichen Rundfahrten dabei. 2003 gewann er die Etappe nach Marseille .
Doping-Geständnis von Skibby
Der ehemalige dänische Profi Jesper Skibby wies indes Hamiltons Anschuldigungen in Richtung des früheren CSC-Teamarztes Joost de Maeseneer zurück.
Der Mediziner, hatte Hamilton geäussert, habe die Profis zu Doping ermuntert.
"Das ist der pure Nonsens", sagte der 48-Jährige, der 1993 eine Tour-Etappe gewann. De Maeseneer sei "der grösste Doping-Gegner" gewesen.
Skibby hatte vor einigen Jahren selbst Doping zugegeben.
SPORT1










