Halbzeitpause vorbei: DTM erobert die heisse Hölle
München - Der Nürburgring als prall gefüllter Glutofen.
Das Comeback der DTM nach sieben Wochen Sommerpause wird im wahrsten Sinne des Wortes zu einer ganz heissen Anglegenheit.
Für den sechsten Saisonlauf am Sonntag sind Temperaturen deutlich über 30 Grad angesagt - extreme Bedingungen für die Piloten, die vor bestens besuchten Tribünen um die Podestplätze kämpfen.
"Das Rennen am Nürburgring wird einen neuen Zuschauerrekord erreichen", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Die aktuelle DTM ist ein Publikumsmagnet."
Ansturm ist riesig
In der Tat: Um stattliche 35 Prozent zog der Kartenverkauf in der bisherigen Saison an, die Talsohle des vergangenen Jahres scheint überwunden.
In der Eifel soll es nun ein weiteres Spektakel geben - ungeachtet der grossen Probleme, welche die Besitzgesellschaft der Rennstrecke in der Sommerpause offenbarte.
Im Juli bestimmte die Insolvenz der Nürburgring GmbH die Schlagzeilen, auch die Zukunft der DTM am Standort ist ungewiss. Der Vertrag läuft bis ins Jahr 2014.
Paffett: "So kann es weitergehen"
Sportlich steht Mercedes im Mittelpunkt. "Nahezu perfekt" sei die erste Saisonhälfte verlaufen, sagt Gary Paffett, Champion von 2005: "Zwei Siege, zwei Podestplätze und ein vierter Platz nach einer Aufholjagd - so kann es gerne weiter gehen."
Mit 96 Punkten steht der Brite an der Spitze, danach kommt eine Weile nichts - und dann ein weiterer Mercedes-Pilot. Landsmann Jamie Green (69 Punkte) macht die britische Dominanz im Zeichen des Sterns perfekt.
Audi dominiert freies Training
Im ersten freien Training am Freitag musste Paffett allerdings den Audi-Piloten den Vortritt lassen. Der Brite fuhr die siebtschnellste Zeit und hatte dabei 0,776 Sekunden Rückstand auf die Spitze.
Schnellster Mann im Feld war Filipe Albuquerque (Audi/Portugal) vor seinen Markenkollegen Mattias Ekström (Schweden) und Mike Rockenfeller (Neuwied).
Endgültig eröffnet wird die Jagd auf die Briten am Sonntag, langweilig war es bislang nicht. Sein komfortables Punktepolster verdankt Paffett vor allem seiner Konstanz, auf dem Siegerpodest herrschte durchaus eifriges Durcheinander.
Vier verschiedene Sieger gab es in fünf Rennen, jeder Hersteller war mindestens einmal ganz oben auf dem Podest vertreten.
Tomczyk zuversichtlich
Die Rechnung der DTM-Macher ging damit auf: Gleich nach seinem Wiedereinstieg nach 18-jähriger Pause ist Rückkehrer BMW konkurrenzfähig. Aus dem jahrelangen Duell zwischen Audi und Mercedes wird ein Dreikampf auf Augenhöhe.
Auch deshalb gibt sich Haug noch zurückhaltend. Die Konkurrenten Audi und BMW hätten "die lange Pause zweifellos genutzt, um sich bestens zu positionieren."
Besonders die BMW-Piloten Bruno Spengler (58 Punkte) und Martin Tomczyk (54) auf den Plätzen drei und vier liegen in Schlagdistanz, brauchen allerdings schnell Siege, um aufzuschliessen. DTM-Champion Tomczyk sah sich zuletzt im Aufwind.
"Unsere Formkurve zeigt steil nach oben", sagt der 30 Jahre alte Bayer: "Zuletzt stand ich in Spielberg und auf dem Norisring zweimal als Zweiter auf dem Podium. Diesen Schwung wollen wir mitnehmen."
Ekström will angreifen
Mit einem Sieg könnte indes auch Audis aussichtsreichster Kandidat noch einmal in die Spitzengruppe vorstossen: Vorjahressieger Ekström (47 Punkte) scharrt mit den Hufen.
"Ich mag die Strecke", sagt der zweimalige Champion aus Schweden: "Es ist wichtig, beim ersten Rennen der zweiten Halbzeit ein gutes Ergebnis zu erzielen und gleich ein paar Punkte gutzumachen."
Norbert Haug ist gewarnt. `Vor uns liegt eine sehr grosse Herausforderung", sagt der Mercedes-Chef: "Halbzeitmeister ist noch lange nicht Ganzzeitmeister."
SPORT1











