Bestleistungs-Regen: Grosses Formieren für London
München - Gleich fünf Saisonbestmarken fielen beim Diamond-League-Meeting der Leichtathleten in Paris, wo der Äthiopier Dejen Gebremeskel in 12:46,81 Minuten im sensationellen 5000-m-Rennen und Kenias 800-m-Weltrekordler David Rudisha in 1:41, 54 für die Höhepunkte sorgten.
Zwei Deutsche nutzten die Fristverlängerung zur Olympianorm:
In Hindernisläufer Steffen Uliczka und dem auf 3:33,64 Minuten verbesserten 1500-m-Läufer Carsten Schlangen stehen nun endgültig 391 Athleten im deutschen Olympiateam für London (27. Juli bis 12. August).
Schlangen unterbietet Norm
Der Berliner Schlangen, als EM-Zweiter 2010 vergangene Woche bei der EM in Helsinki am 1500-m-Finale gescheitert, lief in Bottrop auf Platz 12 in der Welt und unterbot klar die geforderten 3:35,50.
Zuvor hatte Uliczka in 8:22,93 im belgischen Lüttich die A-Norm (8:23,0) geschafft. Damit stehen nun 74 Leichtathleten im deutschen London-Team.
Stabhochspringer enttäuschen
Knapp an Olympia gescheitert ist in Bottrop, wo Südafrikas Star Caster Semenya die 800 m in 1:59,18 gewann, über 1500 m Diana Sujew (Potsdam) in 4:05, 93 (Norm 4:05,50).
Fünf Tage nach Silber, Bronze und Rang vier bei der EM von Helsinki enttäuschten die deutschen Stabhochspringer beim erneuten Triumph von Frankreichs Europameister Renaud Lavillenie (5,77).
Bester Deutscher war als Dritter mit 5,62 m erneut Björn Otto (Uerdingen-Dormagen), Vierter wie bei der EM Malte Mohr (Wattenscheid) mit 5,52 m. Die waren als Anfangshöhe zu hoch für den EM-Dritten Raphael Holzdeppe (Zweibrücken).
Strutz will es in London krachen lassen
Viel Optimistmus versprühte die WM- und EM-Zweite Martina Stutz nach ihrem Sieg mit 4,60 m beim Stabhochsprung-Meeting im bayerischen Rottach-Egern.
"Jetzt nehme ich eine kleine Auszeit, und dann wird es in London krachen", sagte die Neubrandenburgerin.
Bekele läuft in Paris hinterher
In Paris, wo über 5000 m sechs Läufer unter 12:50 und elf unter 13 Minuten blieben, war Weltrekordler Kenenisa Bekele als Neunter in 12:55,79 nur fünftbester Äthiopier und verkündete: "Ich war verletzt und will mich bei den Sommerspielen auf die 10.000 m konzentrieren."
Für weitere Jahres-Weltbestmarken sorgten in Paris der WM-Zweite Javier Culson (Puerto Rico) über 400 m Hürden in 47,78 Sekunden beim Sieg über den britischen Weltmeister David Greene (47,84), über 1500 m Mariam Alaoui Selsouli (Marokko) in 3:56,15 Minuten vor der türkischen Europameisterin Asli Cakir Alptekin (3:56,62) und Sally Person (Australien) in hochklassigen 12,40 Sekunden über 100 m Hürden .
Ex-Weltmeister Tyson Gay gewann in 9,99 Sekunden den 100-m-Lauf vor dem lange dopinggesperrten Justin Gatlin (beide USA/10,03).
Heidlers Bestmarke geknackt
Jahres-Weltbestmarken setzten im belgischen Heusden-Zolder 800-m-Olympiasiegerin Pamela Jelimo in 1:56,79 Minuten sowie bei den weissrussischen Meisterschaften in Grodno Vizeweltmeisterin Nadeschda Ostaptschuk im Kugelstossen mit 21,39 m.
Bei Russlands Meisterschaften in Scheboksary übertraf Hammerwurf-Weltmeisterin Tatjana Lysenko mit 78,81 m auch die Saisonbestmarke von Weltrekordlerin Betty Heidler (LG Frankfurt).
SPORT1
