Kapitän Roggisch schwärmt - Coach Heuberger bremst
Hamburg - Ein rotzfrecher Debütant, ein optimistischer Rückkehrer und ein stolzer Kapitän:
Den deutschen Handballern blieb trotz einer ansprechenden Leistung zum Start in die heisse Phase der WM-Vorbereitung kaum Zeit zum Feiern.
Nur 43 Stunden nach dem überzeugenden 26:20-Erfolg beim Olympiazweiten Schweden will die neu formierte Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger im Rückspiel am Samstag weiteres Selbstvertrauen für die WM in Spanien tanken.
"Als Abwehrchef sehr zufrieden"
"20 Gegentore - da bin ich als Abwehrchef sehr zufrieden", sagte Kapitän Oliver Roggisch:
"Und wie sich jeder präsentiert hat - gerade die jungen Spieler haben gestochen. Jeder hat sein Teil beigetragen. Ich bin stolz auf die Mannschaft."
Ohne ihre bei der WM fehlenden Leistungsträger Uwe Gensheimer, Holger Glandorf und Lars Kaufmann bot die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) im schwedischen Växjö eine solide Vorstellung.
Heinevetter dominiert im Tor
Während sie dem ebenfalls in neuer Formation spielenden Rekord-Weltmeister (nur vier Spieler des Olympia-Kaders dabei) hinten mit ihrer aggressiven 6:0-Formation und einem starken Silvio Heinevetter im Tor den Schneid abkaufte, zeigte sie sich vorne nur schwer ausrechenbar.
13 von 14 Feldspielern trugen sich beim ersten von drei WM-Tests in die Torschützenliste ein, darunter alle sechs WM-Neulinge.
Über einen seiner "jungen Wilden" freute sich Bundestrainer Heuberger ganz besonders: Debütant Kevin Schmidt .
Youngster Schmidt behält die Nerven
Der Linksaussen von der HSG Wetzlar, der unter Heuberger 2009 genau wie vier weitere Spieler des aktuellen Teams den Titel des Junioren-Weltmeisters geholt hatte, überzeugte in seinem ersten Länderspiel mit drei eiskalt verwandelten Siebenmetern in der zweiten Halbzeit.
"Wir haben jetzt ein Spiel gewonnen, aber mehr noch nicht. Für die Mannschaft war es wichtig, damit sie an sich glaubt und gut reingekommen ist in die WM-Vorbereitung", sagte Heuberger vor dem Rückspiel am Samstag.
Comeback von Christophersen
Er wollte den Erfolg gegen das Drei-Kronen-Team aber nicht überbewerten. Zumal Schweden nicht für die am kommenden Freitag beginnende WM qualifiziert ist.
Einen weiteren Grund zur Freude gab es dennoch. Der Berliner Rückraumspieler Sven-Sören Christophersen gab nach fast sechs Wochen Verletzungspause sein Comeback.
Vom gerissenen Aussenband im rechten Knie war bei seinem 20-minütigen Einsatz kaum noch etwas zu spüren.
Noch zwei Tests bis zum WM-Auftakt
"Ich hatte zwei Torerfolge und in der Abwehr konnte ich mich gut einbringen - insofern bin ich mit dem Einstieg sehr zufrieden", sagte Christophersen: "Das gibt mir auch ein bisschen Sicherheit hinsichtlich der WM, dass ich da wirklich helfen kann."
Bevor das deutsche Team aber am 12. Januar in Granollers gegen Brasilien in die WM startet, stehen noch zwei Testspiele an. Dem zweiten Duell gegen Schweden folgt am 9. Januar die WM-Generalprobe in Stuttgart gegen Rumänien.
In Spanien sind dann noch Titelverteidiger Frankreich, Afrikameister Tunesien, Argentinien und Montenegro die weiteren Vorrundengegner.
Primäres Ziel der deutschen Mannschaft ist das Achtelfinale, für das sich die ersten vier Teams der Sechsergruppe qualifizieren.
SPORT1
