WM-Aufgebot: Heuberger spielt auf Zeit
Leipzig - Bundestrainer Martin Heuberger lässt die Nominierung des Hamburger Rückraumspielers Michael Kraus für die WM in Spanien (11. bis 27. Januar) weiter offen.
"Endgültig ist noch nichts entschieden, darüber werde ich mir noch Gedanken machen", sagte Heuberger in Leipzig: "Ich habe mir das Spiel zwischen Hamburg und Lemgo angeschaut und hatte dort den Vergleich zwischen ihm und Martin Strobel. Mimi hat seine Qualitäten."
Lemgos Spielmacher Strobel hatte in dem Bundesliga-Duell mit dem HSV Hamburg (29:35) am vergangenen Wochenende fünf Treffer erzielt, Kraus kam auf ein Tor.
Auch über die Zusammensetzung des restlichen 18er-Kaders für das Turnier hat Heuberger noch nicht entschieden.
Heuberger nimmt sich Zeit
"Ich bin ein bisschen weiter, aber es ist noch nicht beendet. Ich werde am Montag und Dienstag noch Gespräche führen", betonte der 48-Jährige: "Ich habe noch zwei Tage Zeit, die werde ich nutzen."
Der Bundestrainer hofft vor allem noch auf die Genesung des Berliners Sven-Sören Christophersen, der an einer Knieverletzung laboriert.
"Die Zusammenarbeit mit den Füchsen Berlin ist hervorragend. Auch wenn er nicht mehr in der Bundesliga antritt, könnte er bei der WM dabei sein. Man hat bei den Füchsen das Gefühl, dass ihnen die Nationalmannschaft wichtig ist", sagte Heuberger.
Verstimmung nach Glandorf-Absage
In der vergangenen Woche hatte Heuberger die verletzungsbedingten Absagen der beiden Flensburger Holger Glandorf und Lars Kaufmann verkraften müssen. Besonders die Absage des derzeit in Topform spielenden Glandorf sorgte für Verstimmung.
"Wenn er angeschlagen ist, muss er in letzter Konsequenz auch im Verein eine Pause einlegen. Deshalb war ich ein bisschen irritiert", sagte Heuberger. Erst am vergangenen Wochenende war Glandorf beim 29:25-Erfolg der Flensburger gegen Göppingen überragender Akteur gewesen.
Achtelfinale das Minimalziel
Das Minimalziel für die WM sei, so Heuberger, weiterhin das Achtelfinale. "Das ist ein realistisches Ziel", sagte der ehemalige Nationalspieler Stefan Kretzschmar:
"Wir haben aber das Niveau, um in der Weltspitze mitzuspielen. Oft hing es nur an Nuancen. Als Fan bin ich unfassbar traurig, dass mit Holger Glandorf der derzeit vielleicht beste deutsche Handballer bei der WM nicht dabei ist."
Das erweiterte 28er-Aufgebot für die Weltmeisterschaft:
Tor: Martin Ziemer (TSV Hannover-Burgdorf), Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Carsten Lichtlein (TBV Lemgo), Jens Vortmann (GWD Minden)
Rückraum Mitte: Michael Haass (Frisch Auf Göppingen), Martin Strobel (TBV Lemgo), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen), Michael Kraus (HSV Hamburg)
Rückraum links: Sven-Sören Christophersen (Füchse Berlin), Steffen Fäth (HSG Wetzlar), Stefan Kneer (SC Magdeburg), Christian Dissinger (Kadetten Schaffhausen/SUI)
Rückraum rechts: Michael Müller (HSG Wetzlar), Steffen Weinhold (SG Flensburg-Handewitt), Adrian Pfahl (VfL Gummersbach), Kai Häfner (HBW Balingen-Weilstetten)
Linksaussen: Michael Allendorf (MT Melsungen), Dominik Klein (THW Kiel), Kevin Schmidt (HSG Wetzlar), Yves Grafenhorst (SC Magdeburg)
Rechtsaussen: Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Markus Richwien (Füchse Berlin), Tobias Reichmann (HSG Wetzlar), Johannes Sellin (Füchse Berlin)
Kreis: Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Patrick Wiencek (THW Kiel), Felix Danner (MT Melsungen), Christoph Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten)
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