Fall Montpellier: Karabatic droht Haftbefehl
Montpellier/München - Im Manipulationsskandal um den französischen Meister Montpellier HB werden Nikola Karabatic und fünf weitere Spieler am Dienstag einem Untersuchungsrichter vorgeführt.
Prozessbeobachter erwarten nach den Verhören eine Entscheidung darüber, ob ein Strafverfahren gegen den früheren Welthandballer und seine Mitstreiter, darunter sein Bruder Luka, eingeleitet wird.
Im schlimmsten Fall droht dem Ex-Kieler ein Haftbefehl.
Verhöre stehen an
Karabatic und Co. verliessen am Dienstagmorgen den Justizpalast im Pariser Vorort Nanterre in Richtung Montpellier, wo sie im Laufe des Tages vernommen werden.
Noch am Montagabend waren mit Mickael Robin, Vid Kavticnik und Hmam Wissem die drei ersten Spieler auf freien Fuss gesetzt worden.
Den MAHB-Spielern wird vorgeworfen, am 12. Mai im Auswärtsspiel beim abstiegsgefährdeten Klub Cesson Rennes mit Wetten auf einen Halbzeitrückstand viel Geld kassiert zu haben.
Klubs ohne Schuld
Statt eines durchschnittlichen Einsatzes von 5.000 Euro sollen an jenem Tag insgesamt 80.000 Euro auf das Spiel gesetzt und damit Gewinne von rund 200.000 Euro gemacht worden sein.
"Als ich die Fakten in der Hand hatte, konnte ich es nicht glauben. Ich weigerte mich zu glauben, dass so talentierte Spieler in der Lage sind, derartige Fehler zu begehen", sagte Robin: "Die beiden Klubs sind in diesem Fall vollkommen unschuldig."
Montpellier-Präsident Remy Levy erklärte in diesem Zusammenhang: "Wir werden uns nicht hinter dem langsamen Verfahren verstecken um Verantwortung zu übernehmen. Ein Fehlverhalten kann zur Auflösung des Vertrages führen."
"Dickes Geld
Wie jetzt aus Polizeikreisen durchsickerte, waren den polizeilichen Vernehmungen gezielte Abhöraktionen der Telefonate der Spieler vorausgegangen.
Die Spieler seien "sicher gewesen, das Spiel zu verlieren". Auch von "dickem Geld" war die Rede.
Karabatic selbst hat noch keine Stellungsnahme zu den Vorwürfen abgegeben.
SPORT1










