''Ich will eine Bereicherung sein''
Von Julian Meissner
München/Mannheim - Er ist einer der Newcomer im DHB-Team und gleichzeitig eine der grossen Hoffnungen des deutschen Handballs:
Steffen Weinhold bestreitet in den WM-Playoffs gegen Bosnien und Herzegowina (ab 15.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) seine Länderspiele 26 und 27.
Und der 25-Jährige, der im Sommer vom TV Grosswallstadt zur SG Flensburg-Handewitt wechselt, verfügt über eine ungewöhnliche Qualität.
Als Linkshänder ist er nicht auf den rechten Flügel beschränkt, sondern überzeugt auch mit Spielmacher-Qualitäten - die absolute Ausnahme im Welthandball.
Im SPORT1-Interview spricht Weinhold über seine Rolle im Team, die Playoffs und den Wechsel in den hohen Norden.
SPORT1: Herr Weinhold, wie schätzen Sie die Bedeutung der beiden Playoff-Spiele gegen Bosnien ein?
Steffen Weinhold: Natürlich ist das enorm wichtig für uns. Wir wollen uns unbedingt für die WM in Spanien qualifizieren. Es wäre extrem wichtig für den Deutschen Handball-Bund.
SPORT1: Das Team bereitet sich in Rottenburg vor. Worauf liegt der Fokus im Training?
Weinhold: Natürlich liegt der Schwerpunkt am Ende einer langen Saison im taktischen Bereich. Was die Physis angeht, können wir in den letzten zwei Wochen der Spielzeit nicht mehr so viel rausholen, das ist ganz klar.
SPORT1: Deutschland ist der hohe Favorit - eine Gefahr?
Weinhold: Wir sind uns sehr wohl dessen bewusst, dass wir Favorit sind. Das macht es aber nicht einfacher. Vor allem das Rückspiel in Bosnien zu haben, ist nicht optimal. Da wird einiges auf uns zukommen. Insofern müssen wir schauen, dass wir im Hinspiel vielleicht ein Polster schaffen können. Aber wir wissen, dass es ein hartes Stück Arbeit wird.
SPORT1: Wie sehen Sie nach mittlerweile 25 Länderspielen Ihre Rolle in der Nationalmannschaft?
Weinhold: Ich bin einfach froh, dass ich dabei sein kann und will natürlich mein Bestes geben, um der Mannschaft zu helfen. Ich versuche, ein Stück weit eine Bereicherung zu sein.
SPORT1: Als Linkshänder kamen Sie zuletzt vermehrt auf der Rückraummitte zum Einsatz. Wo liegen die taktischen Vorteile dieser Variante?
Weinhold: Natürlich kann man manche Abläufe, die man als Rechtshänder bevorzugt in die eine Richtung spielt, besser andersherum einleiten. Und für die gegnerische Abwehr ist es schwierig, sich auf dieses System einzustellen. Man ist nun mal eben eher einen Rechtshänder auf der Mitte gewohnt.
SPORT1: Plant der Bundestrainer mit Ihnen eher als Halbrechten oder als Spielmacher?
Weinhold: Da Michael Haass noch verletzt ist, spiele ich aktuell sicher mehr auf der Mitte. Grundsätzlich bin ich da völlig offen und kann beide Positionen ausfüllen. Ich denke, so sieht das auch der Trainer.
SPORT1: Im Sommer wechseln Sie nach Flensburg. Hat die super Saison, die die SG spielt, Sie bekräftigt, dass es der richtige Schritt war?
Weinhold: Als die Entscheidung gefallen ist, wusste ich natürlich nicht, wie die Saison ausgehen würde. Es ist auch eine hohe Bürde, wenn man in so eine erfolgreiche Mannschaft kommt. Es wird nicht einfach, diesen Erfolg zu bestätigen. Aber für mich ist es eine riesige Herausforderung, zu solch einem Top-Klub zu gehen und Championsleague zu spielen. Ich freue mich darauf.
SPORT1: Wie wird Ihre Aufgabe beim neuen Klub aussehen?
Weinhold: Primär bin ich schon für halbrechts eingeplant. Aber mit der Fülle der Spiele, die wir auch aufgrund der Champions League haben, werde ich auch dort über die Saison hinweg die Möglichkeit haben, auf beiden Postionen zu spielen. Man muss einfach gucken, dass man sich gut abwechselt, ergänzt und fit bleibt.
SPORT1: Ist Deutschland bei der WM 2013 dabei?
Weinhold: Ja.
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