Wolfsburg offenbar vor Schuster-Coup
München/Wolfsburg - Der neue Manager Klaus Allofs scheint beim VfL Wolfsburg den grossen Trainer-Coup zu landen.
Bernd Schuster gilt nach "Bild"-Informationen als ganz heisser Anwärter, Interimscoach Lorenz-Günther Köstner abzulösen. Allofs und Schuster sollen sich zu Gesprächen im süddeutschen Raum getroffen haben.
Schuster war bis 2011 Trainer von Besiktas Istanbul und hat im VW-Aufsichtsrats-Boss Francisco Javier Garcia Sanz einen grossen Fürsprecher. Der Spanier und Fan von Real Madrid ist mit Schuster persönlich befreundet.
"Sitze zu Hause und warte auf einen Anruf"
Schuster hatte zuletzt betont, dass er es kaum erwarten kann, wieder auf dem Trainingplatz zu stehen - auch in der Bundesliga.
"Ich sitze zu Hause und warte wie viele andere Kollegen auf einen Anruf", sagte er als Experte bei der "ARD".
Der VfL selbst, wollte sich zu der Personalie nicht äussern: "Wir werden das nicht weitergehend kommentieren."
Neben Schuster sollen auch der ehemalige HSV-Trainer Martin Jol (derzeit beim FC Fulham) und Werder Bremens Chefcoach Thomas Schaaf zu den Kandidaten beim Meister von 2009 gehören.
Wollitz: "Habe nicht zurückgerufen"
Ein konkrete Spur führt auch nach Osnabrück, wo die Wolfsburger Kontakt zu VfL-Coach Claus-Dieter Wollitz aufgenommen haben sollen.
Der Ex-Wolfsburg-Spieler soll bereits Anrufe aus der VW-Stadt erhalten haben, ist aber nicht ans Telefon gegangen.
"Ich habe auch nicht zurückgerufen", sagte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wenn die wirklich was von mir wollen, rufen die auch noch mal an", sagte Wollitz.
Köstner glaubt an seine Chance
Sitzt Köstner im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Leverkusen also nur als Platzhalter auf der Wolfsburger Bank?
Der Oberfranke hat den Glauben an seine Weiterbeschäftigung zumindest noch nicht ganz aufgegeben.
"Es sagt keiner, dass es das letzte Spiel ist", antwortete Köstner auf die in den vergangenen Wochen wohl meistgestellte Frage: "Aber letzte Spiele können auch die schönsten sein." Die Niederlage am 17. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt schien seine letzte Chance gewesen zu sein.
"Ich habe übernommen, habe die Mannschaft vom letzten Tabellenplatz weggeholt - und wenn es jetzt nicht mehr reicht, dann muss man mir das ganz schnell sagen", hatte er erklärt.
Nach einer Aussprache mit Allofs ruderte er allerdings zurück.
"Habe nie etwas gefordert"
"Ich habe nie etwas gefordert und werde das auch nicht tun. Wenn man als Interimstrainer zusagt, dann beinhaltet das, dass irgendwann vielleicht mal Schluss ist", ergänzte er bei "Sky". Mit seiner Bilanz sei er aber "ein kleines Stück" zufrieden. "Ich hätte gerne noch drei Punkte mehr, dann wäre alles richtig, alles gut", sagte Köstner.
Nach dem achten Spieltag hatte er den VfL auf dem letzten Platz übernommen, mittlerweile haben die Niedersachsen als 15. der Tabelle sieben Punkte Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Der Viertelfinaleinzug im "Endspiel der Vorrunde" wäre ein zumindest halbwegs versöhnlicher Abschluss.
Allofs vermeidet klare Aussage
"Es war ein schwieriges halbes Jahr", sagte Manager Klaus Allofs, der eine klare Aussage zur Trainerfrage in den letzen Tagen stets vermied. Etwa weil er den Joker Schuster schon im Ärmel hatte?
Schuster war schon 2009 bei den Niedersachsen im Gespräch - als Nachfolger von Felix Magath, der nach dem Titelgewinn zu Schalke 04 wechselte. Den Job bekam schliesslich Armin Veh.
Im Jahr darauf, nach dem der VfL sich von Veh getrennt hatte, gehörte Schuster erneut zu den Kandidaten, doch auf Veh folgte der ehemalige englische Nationaltrainer Steve McClaren.
Schuster heuerte bei Besiktas an, doch bereits im März 2011 endete sein Engagement bei den Türken.
Schuster: Köln, Spanien, Ukraine
Schuster begann seine Trainerlaufbahn 1997 beim damaligen Zweitligisten Fortuna Köln, danach arbeitete er u.a. beim 1. FC Köln sowie in Spanien und der Ukraine.
Seinen grössten Erfolg als Trainer feierte er in der Saison 2007/2008, als er Real Madrid zur spanischen Meisterschaft führte.
In der Bundesliga hat er bisher noch nicht als Trainer gearbeitet.
Viele Titel in Barcelona
Als Spieler begann Schusters Profikarriere beim 1. FC Köln. 1980 wechselte er zum FC Barcelona, wo er zahlreiche Titel gewann.
Auch mit Real Madrid und Atletico Madrid war Schuster erfolgreich. Schliesslich war er von 1993 bis 1996 für Bayer Leverkusen aktiv. Seine Profikarriere beendete er 1997 bei den UNAM Pumas in Mexiko.
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