Nach Abseitstor: Hecking platzt der Kragen
Bremen - Am Ende lagen die Nerven bei den Spielern blank. Als der Schlusspfiff von Schiedsrichter Manuel Gräfe ertönte, stürmten die die Akteure von Werder Bremen und dem 1. FC Nürnberg aufeinander los.
Es wurde gestossen, wild gestikuliert und diskutiert. Beim 1:1 (0:0) (Bericht) zum Hinrundenabschluss in der Bundesliga hatte der späte Ausgleich von Nils Petersen in der 88. Minute die Gemüter erhitzt .
Der Bremer Torjäger stand im Abseits, als er einen Schuss von Kevin de Bruyne abfälschte.
"Jeder hat es gesehen, nur der Linienrichter nicht. Er hat auf vier verschiedene Nachfragen, vier verschiedene Antworten gegeben", sagte Nürnbergs starker Torwart Raphael Schäfer.
Hecking stinksauer
Auch Trainer Dieter Hecking war mächtig sauer: "Bisher habe ich immer meine Schnauze gehalten, aber jetzt ist ein Punkt erreicht, wo ich sage 'Das geht so nicht'. Das war in Leverkusen so, das war heute so und das war in anderen Spielen auch schon so."
Hecking sieht sein Team zum wiederholten Male benachteiligt. "Ich bin der Letzte, der anderen Menschen Fehler nicht verzeiht, aber wenn sich die Fehler häufen bei einer Mannschaft, dann muss ich, wie meine Kollegen auch, das auch mal sagen."
Mit einem Sieg wären die Clubberer an Werder vorbeigezogen. "Wenn wir hier einen Dreier holen, haben wir 22 Punkte und dann wäre das eine hervorragende Hinrunde gewesen. Das ärgert mich masslos, obwohl es unter dem Strich ein verdientes Unentschieden war", echauffierte sich der Club-Trainer.
Acht Punkte Vorsprung auf Hoffenheim
Doch trotz allem Ärger haben die kampfstarken Gäste nun acht Punkte Vorsprung auf Hoffenheim auf dem Relegationsplatz.
Timo Gebhart (82.) hatte Nürnberg überraschend in Führung geschossen. Zuvor hielt Schäfer sein Team mit vielen starken Paraden im Spiel und liess die Bremer Angreifer verzweifeln.
Doch Petersens irregulärer Treffer brachte sie um den greifbar nahen Auswärtssieg.
Mit 22 Punkten liegt Bremen als Zwölfter nach der Hinrunde hinter den eigenen Erwartungen zurück.
Werder hadert mit der Chancenverwertung
"Wir müssen in der Rückrunde mehr Punkte holen. Das ist ganz klar. Wir können nicht immer sagen, wir sind die bessere Mannschaft. Wir müssen die Spiele gewinnen", sagte Marko Arnautovic, der in der ersten Hälfte völlig frei vor dem Tor über den Ball haute.
In das gleiche Horn blies auch Trainer Thomas Schaaf. "Das Spiel steht für die Halbserie. Wir haben sehr oft das Spiel kontrolliert und viele Chance gehabt. Dafür sind wir nicht oft genug als Sieger vom Platz gegangen. Das müssen wir abstellen."
Doch insgesamt zeigte sich der Werder-Coach bei "Sky" mit der Hinrunde durchaus zufrieden. "Wir sind sehr bemüht und arbeiten sehr gut. Wir haben vieles neu gemacht und geändert. Wir haben eigentlich eine tolle Halbserie gespielt."
Schaaf erwartet mehr Konstanz
Für die Rückrunde erwartet Schaaf allerdings mehr Konstanz von seinem Team.
"Für uns ist es wichtig, dass wir die Möglichkeiten, die wir haben, auch nutzen. Damit der Gegner ein Tor schiessen kann, muss man erst einmal den Ball verlieren und da machen wir es dem Gegner teilweise zu einfach", bilanzierte der Coach, der zum Abschluss noch mal allen Gerüchten um einen vorzeitigen Abschied nach Wolfsburg eine Absage erteilte:
"Wir wissen alle, dass ich einen Vertrag habe. Für mich stellt sich die Situation nicht anders dar."
SPORT1



















