Derby in Manchester: Mancini unter Druck, Fergie lästert
München - Zweiter gegen Erster, Titelverteidiger gegen Rekordchampion, Mario Balotelli gegen Wayne Rooney:
Während England dem Duell der Giganten zwischen Manchester City und Manchester United am Sonntag entgegenfiebert, brodelt es bei den gastgebenden Citizens gewaltig.
Mit einem Erfolg könnte Tabellenführer United seinen Vorsprung auf sechs Punkte ausbauen.
Citys Teammanager Roberto Mancini steht deshalb und nach dem peinlichen Champions-League-K.o. unter Beschuss.
Vor dem Derby gegen den verhassten Stadtrivalen gab der Italiener seinen Spielern einen Maulkorb - und sich selbst betont gelassen.
Mancini fühlt "überhaupt keinen Druck"
"Ich fühle überhaupt keinen Druck", sagte Mancini vor dem 163. Duell der beiden Klubs (67:45 Siege für ManUnited).
Der 48-Jährige, der seinen Vertrag beim Scheich-Klub erst im Juli bis 2017 verlängert hat, sieht trotz der erneuten Blamage in der Championsleague keinen Grund zur Sorge.
Natürlich sei auch er enttäuscht über das verpassen der K.o.-Runde in der Champions League, "aber unsere Ziele haben sich nicht geändert. Unser Fokus lag von Beginn an auf der Meisterschaft und dem FA-Cup."
Häme und Spott für Millionentruppe
In der Heimat hagelt es dagegen Häme und Spott für den millionenschweren Klub von Scheich Mansur Bin Zayed Al Nahyan.
Nach dem blutleeren Auftritt seines mit Stars wie Balotelli, Samir Nasri, Sergio Agüero, Carlos Tevez oder Edin Dzeko gespickten Teams in Dortmund dürfte eine erfolgreiche Titelverteidigung in der Liga wohl Mancinis einzige Chance auf einen weiteren Verbleib bei City sein.
Seit längerem halten sich Gerüchte, dass der Italiener schon bald vom ehemaligen Barcelona-Trainer Pep Guardiola abgelöst werden könnte.
Ferguson angriffslustig
Bei United werden die Scharmützel des Nachbarn mit Wohlwollen zur Kenntnis genommen.
Trotz der Schmach des Vorjahres, als die Red Devils in den direkten Duellen (1:6, 0:1) die Meisterschaft verspielten, zeigt sich Uniteds Teammanager Alex Ferguson angriffslustig.
"Ein Scheitern in Europa ist niemals gesund für einen grossen Klub", frohlockte der 70 Jahre alte Schotte: "Wie hält man da bloss seine Spieler bei Laune?"
ManUnited beschwört historische Chance
In Richtung seiner Spieler unterstrich Ferguson unterdessen die herausragende Bedeutung der Partie.
"Ein Sieg gegen City wäre eines unserer besten Ergebnisse in der Vereinshistorie", sagte er und wies auf die Tabellen-Konstellation hin.
Schmerz sitzt tief
"Wir werden niemals vergessen, wie wir uns nach dem letzten Duell gegen City gefühlt haben", sagte Verteidiger Rafael da Silva: "Jetzt wollen wir den Titel unbedingt zurück."
Routinier Ryan Giggs gab sich abgeklärt. "Dieses Spiel bedeutet mir nicht übermässig viel, nur weil es City ist. Da gibt es ganz andere Rivalitäten. Für mich war immer Liverpool der grösste Gegner", sagte Giggs.
Van Persie freut sich aufs Derby
Anders als beim Waliser steigt bei Robin van Persie das Derby-Fieber: "Ich habe mit Arsenal viele Derbys gegen Tottenham und andere Londoner Vereine gespielt, aber hier gibt es nur die beiden Klubs, deshalb ist es ein grosses Derby und ich freue mich darauf", sagte der Niederländer, der im Sommer zu United gewechselt war.
"Wir haben einen guten Lauf und sind in der Lage, aus jeder Situation Tore zu erzielen", ergänzte der Goalgetter, der mit zehn Saisontreffern auf Platz zwei der Torjägerliste steht.
Nach van Persie ist Rooney mit vier Treffern der zweitbeste Schütze der Red Devils.
Wackel-Abwehr sorgt Ferguson
Sorgen bereitet Ferguson einzig seine Abwehr. Die Hintermannschaft des englischen Rekordmeisters präsentiert sich in dieser Saison bislang überaus wackelig - ohne Kapitän Nemanja Vidic gab es zuletzt sogar drei Gegentore beim Aufsteiger Reading.
"Wenn wir so auch am Sonntag auftreten, wird uns wer weiss was passieren", sagte Ferguson angesichts der wettbewerbsübergreifend 33 Gegentore. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir bis Weihnachten jemals so viele Tore eingefangen haben."
City mit enormer Offensivkraft
United ist gewarnt. Zwar hat Balotelli erst ein Saisontor erzielt, doch mit Carlos Tevez (7), Edin Dzeko (6) und Sergio Agüero (5) hat Trainer Mancini gleich mehrere Weltklassestürmer zur Auswahl.
Mit Toren gegen den Stadtrivalen könnten Citys Stürmerstars den Druck von Mancini nehmen - und nebenbei die Tabellenspitze zurückerobern.
SPORT1











