Trainer-Domino: Hört Slomka Heynckes' Signale?
Von Hardy Heuer
München - Zwei Monate liegt es zurück, das Hinspiel zwischen dem FC Bayern und Bate Borissow zurück. Gefühlt wirkt das, was seinerzeit passiert ist, aber doch irgendwie unendlich fern.
Missstimmung zwischen Trainer Jupp Heynckes und Sportvorstand Matthias Sammer war das Gesprächsthema.
Der Coach machte seinem Ärger über die öffentliche Kritik Sammers an seinen Spielern Luft, alle Welt raunte: Das geht nicht lange gut. Spätestens zum Saisonende ist Heynckes weg.
Zumal er ja auch schon vorher in einem Zeitungsinterview klar zu machen schien, dass er seinen Vertrag nicht verlängern will.
Heile Welt beim FCB
Knapp zwei Monate später sieht die Welt beim deutschen Rekordmeister wieder ganz anders aus. Heynckes zeigt sich vor dem Rückspiel gegen Borissow gut gelaunt wie schon lange nicht mehr.
Von Omas Gebiss bis Schneeweiss Betlehem: Er macht Witze bei den Pressekonferenzen, wirkt völlig entspannt.
Vielleicht liegt es einfach nur an den guten Ergebnissen. Vielleicht steckt aber auch mehr dahinter.
Diverse Experten jedenfalls sind sicher, dass Heynckes bei Bayern verlängern wird.
Experten sicher: Heynckes bleibt
"So wie es von aussen aussieht, macht der Trainer einen super Job und hat die Mannschaft absolut im Griff", meint der langjährige Bayern-Star Hasan Salihamidzic bei SPORT1: "Ich sehe keinen Grund zu Veränderungen."
Ähnlich sieht es Ottmar Hitzfeld.
"Ich bin überzeugt davon, dass er noch die Lust in sich spürt und auch diese Kraft ausstrahlt, die notwendig ist, um sich in diesem Geschäft durchzusetzen und auch noch Freude zu entwickeln", erklärte der Ex-Coach des Rekordmeisters diese Woche bei "Sky":
"Jupp kommt gut an im Verein, bei den Fans und auch in der Mannschaft. Ich bin davon überzeugt, dass er bleibt."
Sammer betont: Heynckes erster Ansprechpartner
Von Bayern-Seite aus hat dagegen ohnehin niemand etwas.
"Bei all meinen Planungen über 2013, über 2014 hinaus, wenn man über Spieler oder über Denkweisen redet, ist Jupp Heynckes für mich der erste Ansprechpartner", hat Sammer eben erst wieder verdeutlicht.
Hört Slomka die Signale?
Es kann ein Zufall sein, dass just in dieser Woche publik wird, dass Mirko Slomka nach monatelanger Hinhalte-Taktik bei Hannover 96 verlängert.
Es kann aber auch sein, dass hier einer, der sich in den vergangenen Woche nicht direkt dagegen wehrte, als Heynckes-Erbe gehandelt zu werden, die Signale hört.
"Sehr zuversichtlich, dass die Unterschrift in den nächsten Tagen erfolgen wird", zeigt sich jedenfalls 96-Boss Martin Kind bei SPORT1.
Tut er es, zeigt sich einmal mehr, wie auf dem Trainermarkt auf der Bundesliga alles mit allem zusammenhängen kann.
Slomka bleibt wohl bei 96
Dann müsste sich nämlich auch der VfL Wolfsburg nach einem anderen Coach umsehen. Slomka galt bei den "Wölfen" als Kandidat Nummer eins auf die Nachfolge von Felix Magath.
Eine weitere Konsequenz: Kommt Slomka nicht nach Wolfsburg, muss 1899 Hoffenheim mit dem VfL bei der Suche nach einem neuen Trainer konkurrieren.
Leicht ist die nicht, wie sich erst am Mittwoch wieder zeigte. Da erteilte Hansi Flick den Kraichgauern via "Bild" eine Absage: "Wir haben noch eine grosse Aufgabe vor uns mit der WM 2014, deshalb stellt sich die Frage nicht."
Interimstrainer könnten bleiben
Es gäbe aber auch zwei Lösungen, bei der sich die beiden Klubs nicht in die Quere kommen.
Möglichkeit eins: Beide bleiben bei ihren Interimstrainern Lorenz-Günther Köstner und Frank Kramer - die jeweiligen Manager Klaus Allofs und Andreas Müller haben sich die Option offen gehalten.
Zu Möglichkeit zwei nur zwei Informationen: Die SPORT1-User fordern mit absoluter Mehrheit Felix Magath als neuen Hoffenheim-Coach.
Und Markus Babbel hat noch kein Wolfsburg-Tattoo.
SPORT1



















