Mourinho am Ende: Wird Löw Real-Coach?
Von Martin Hoffmann und Martin Volkmar
München - Die Zeitung, die Real Madrid am nächsten steht, hat sich festgelegt: Jose Mourinho muss gehen - spätestens zum Saison-Ende.
Zu sehr habe sich der "Special One" beim allmächtigen Präsidenten Florentino Perez ins Abseits befördert, so die Überzeugung der "Marca".
Mourinho selbst mauerte zu dem Thema bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Amsterdam.
"Meine Zukunft sieht so aus, dass ich am Dienstag mein 101. Spiel in der Championsleague absolvieren werde. Denn das hat die Uefa bestätigt", meinte er spöttisch: "Fragen Sie Florentino, ob er zufrieden mit mir ist. Ich habe keine Probleme. Ich werde dieser Sache keine Nahrung geben."
Die "Marca" ist derweil schon einen Schritt weiter ist und macht die Suche nach einem Nachfolger zum Thema. Zwei Namen hat Spaniens Meister demnach auf dem Zettel: Carlo Ancelotti, Coach von Paris St. Germain - und Bundestrainer Joachim Löw.
Löw als Plan B
Beide Kandidaten entsprechen dem Anforderungsprofil von Alleinentscheider Perez.
Reals Coach solle demnach Erfahrung in einer grossen Liga und auf internationalem Niveau haben, mit Stars umgehen können und - im Unterschied zu Mourinho - keinen Krieg mit der Presse führen.
Ancelotti soll Perez' Kandidat Nummer eins sein, Löw sein Alternativplan. Laut "Marca" sei bislang jedoch weder mit einem der beiden Trainer noch mit einem anderen Coach gesprochen worden.
Ancelotti erster Kandidat
Eine Verpflichtung von Ancelotti böte die Möglichkeit einer eleganten Lösung der Trainerfrage - denn laut dem französischen Blatt "L'Equipe" soll der Italiener spätestens zum Saisonende bei PSG aufhören.
Immer wieder genannt als Nachfolge-Kandidat: Jose Mourinho.
Ancelotti stand auch schon einmal auf Reals Wunschliste: In der Saison 2008/2009, als Bernd Schuster entlassen wurde.
Löw schon einmal im Gespräch
Löw ist auch schon bei Real im Gespräch gewesen, vor rund einem Jahr, als Mourinho schon einmal unter Feuer stand.
Bei Real schätzt man seine Arbeit beim DFB-Team und seine offensive Spielphilosophie. Damals wie heute sprechen aber seine fehlenden Sprachkenntnisse gegen ihn - und sein Vertrag beim DFB.
Der läuft bekanntlich bis zur WM 2014, und bislang hat Löw keine Andeutungen gemacht, dass er versucht sein könnte, aus ihm auszusteigen.
"Mourinho soll noch durchhalten"
"Keine Gedanken" verschwende er daran, hatte Löw im Januar 2012 erklärt.
An sich ist Löw allerdings schon an einem lukrativen Vereinsjob im Ausland interessiert, deswegen riet er dem Portugiesen seinerzeit auch augenzwinkernd: "Jose Mourinho soll noch bis 2014 bei Real Madrid durchhalten, bis mein Vertrag ausläuft."
Genau danach sieht es eben aber gerade nicht aus.
SPORT1











