HSV auf dem Höhepunkt: Europacup winkt
Von Thorsten Mesch und Jürgen Blöhs
München/Hamburg - Thorsten Fink überlegte kurz.
Wie er das Spiel seiner Mannschaft gegen Schalke einschätze, wurde der Trainer des Hamburger SV nach dem 3:1-Sieg gegen Schalke gefragt.
"Das beste Spiel dieser Saison", meinte Fink, und dann schob er nach einer kleinen Pause hinterher: "Das Beste, seit ich beim HSV bin. Und das vielleicht wichtigste für die Mannschaft."
Nun ist Fink zwar dafür bekannt, dass er manchmal zu Euphorie neigt, aber dieses Mal konnte man ihm durchaus recht geben.
HSV kann mit Mainz gleichziehen
Die Leistung seines Teams am Dienstagabend gegen die Königsblauen stimmte von der ersten Minute an.
Und sie macht den Fans Hoffnung, dass es in der laufenden Spielzeit nicht wieder gegen den Abstieg, sondern um einen Top-Ten-Platz geht. Vielleicht sogar um mehr.
Mit einem Sieg in Wolfsburg wäre der HSV punktgleich mit den auf Platz sechs stehenden Mainzern.
"Nichts Höheres als den HSV"
Langfrsitig sieht Fink sich und den HSV sowieso im Europacup vertreten.
In fünf Jahren wolle er mit den Hamburgern "konstant um Europa" mitspielen, sagte er der "Bild am Sonntag". Fünf Jahre bei einem Verein sind im Trainergeschäft eine lange Zeit.
Doch Fink kann sich durchaus vorstellen, an der Elbe sesshaft zu werden.
"Ich habe keine Lust zu einem anderen Verein zu gehen. Ich sehe für mich nichts Höheres als den HSV. Wenn man uns Zeit gibt und die richtigen Leute wie zuletzt van der Vaart und Adler holt, ist viel möglich", stellte er klar.
Es geht ohne van der Vaart
Gegen Schalke fehlte Rafael van der Vaart zwar. Doch das wurde durch eine mannschaftlich geschlossene und starke kämpferische Leistung kompensiert, was Fink besonders gefiel.
"Die Mannschaft hat gesehen, dass es auch ohne van der Vaart geht. Das ist gut fürs Selbstbewusstsein. Und so wie sie gespielt hat, gibt es auch in den nächsten Spielen keine Ausreden mehr", meinte der HSV-Coach:
"An dem Spiel müssen die Spieler sich messen lassen. Jetzt schauen wir auf Sonntag."
Gegen den VfL Wolfsburg wolle man zeigen, "dass wir aus den vergangenen Spielen gelernt haben und Konstanz reinkriegen", erklärte Fink am Freitag.
Fink muss wechseln
Zumindest personell wird er dieses Vorhaben aber nicht in die Tat umsetzen können.
Fink muss auf Marcell Jansen (ausgekugelte Schulter) und den gesperrten Tolgay Arslan (5. Gelbe Karte) verzichten.
Der HSV gewann zwei der letzten drei Spiele, blieb aber in den letzten beiden Gastspielen ohne Torerfolg. Das soll in Wolfsburg anders werden.
Son kehrt zurück
Hoffnung macht die Rückkehr von Heung-Min Son, mit sechs Treffern der bisher erfolgreichste HSV-Torschütze, der in den Kader zurückkehrt.
Während die Hamburger den Kontakt zu den Europacuprängen schaffen können, droht Wolfsburg im Fall einer Niederlage sogar das erneute Abrutschen auf den Relegationplatz.
Nach zuletzt einem Punkt aus zwei Spielen braucht der VfL unter Trainer Lorenz-Günther Köstner wieder einen Sieg, um den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auszubauen.
Er muss dabei womöglich auf Sechser Josue (Oberschenkelverletzung) und Stürmer Ivica Olic (Rückenprobleme) verzichten.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
VfL Wolfsburg - Hamburger SV
Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Kjaer, Marcel Schäfer - Polak, Träsch (Josue) - Hasebe, Diego, Olic (Jönsson) - DostHamburg: Adler - Diekmeier, Mancienne, Westermann, Bruma (Aogo) - Badelj - Skjelbred, Aogo (Tesche) - Ilicevic - Rudnevs, BeisterSchiedsrichter: Peter Sippel (München)
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