Rib und Rob hoffen auf Heynckes' Ja
Vom FC Bayern berichtenMathias Frohnapfel und Martin Volkmarund Christian Ortlepp
München - "Kaiser" Franck war in seinem Element.
Ausgiebig beantwortete Franck Ribery den französischen Reportern nach der 6:1-Gala gegen den OSC Lille, warum es denn derzeit so "fantastique" beim FC Bayern läuft.
Zauberfussball und mächtig Tempo: Das war so ganz nach dem Geschmack des Edeltechnikers.
Die Bayern stehen nun in der Champions League glänzend da - in der Bundesliga ist das schon seit Saisonbeginn so.
Auch deshalb hofft Ribery inständig, dass Jupp Heynckes, erster Architekt des neuen Bayern-Wirbels, auch in Zukunft das Sagen hat.
"Er gibt viel Vertrauen"
"Er macht es gut, der Trainer ist sehr nett, er spricht viel mit den Spielern, gibt viel Vertrauen", sagte der Franzose im Gespräch mit SPORT1.
Und dann fügte er einen Satz hinzu, der wie ein Sprung in die Arme des Coaches wirkte: "Ich mag diesen Trainer wie Hitzfeld. Er ist perfekt für mich."
Hitzfeld. Er war Riberys erster Trainer in München, verhalf den Bayern 2008 zum Double-Gewinn, und Ribery schnappte sich obendrein den Titel "Fussballer des Jahres".
Ab Sommer Fussball-Rentner?
Und Hitzfeld hatte ja auch die Diskussion angestossen. Der Schweizer Nationaltrainer hatte vorgeschlagen: "Wenn ein Trainer glücklich ist mit seiner Mannschaft, dann muss man eigentlich verlängern."
Heynckes' Vertrag läuft im Sommer aus. Der Trainer-Routinier ist 67, hat alles gesehen und erlebt, doch ein neuer Kontrakt dürfte auch den Rheinländer locken, den Eintritt ins Fussballer-Rentenalter ein wenig hinauszuschieben.
Die Sprachregelung im Klub zum Thema bleibt trotz Platz 1 in der Liga und einer Baller-Offensive (durchschnittlich drei Tore pro Bundesliga-Spiel) gleich.
Hoeness erklärt Analyse der Final-Pleite
"Der FC Bayern ist gut beraten, das in aller Ruhe wie bisher intern zu behandeln", sagte Uli Hoeness am Donnerstagmittag.
Und der Bayern-Präsident erinnerte an die Aufarbeitung der Pleite im Champions-League-Finale.
"Man hat sich damals sachlich mit der Situation auseinander gesetzt, man hat in tollen Analysen die Saison Revue passieren lassen und die Fehler gefunden", sagte er.
Hoeness ergänzte: "Mit der Transferpolitik hat der Vorstand genau die Probleme gefunden, weswegen wir keinen Titel geholt haben. Die Trainerdiskussion wurde da intern nicht geführt, und jetzt wird sie intern auch nicht geführt."
Rummenigge hat "keine Eile"
"Es gibt den alten Stand, dass wir verabredet haben, in 2013 die Dinge zu besprechen", bestätigte auch Karl-Heinz Rummenigge SPORT1.
Und weiter: "Der Jupp hat keine Eile, und wir haben keine Eile. Wir müssen nur daran arbeiten, weiterhin so zu spielen wie heute Abend - speziell in der ersten Halbzeit."
Bayerns Vorstandsboss hatte den prächtigen Auftritt genossen - ebenso wie den Umstand, dass die Spieler weiterhin sehr bodennah und cool die Ergebnisse kommentierten.
Tenor: Eine schöne Momentaufnahme, aber wir haben noch nichts gewonnen.
Heynckes urteilte genauso.
"Das Spiel muss man relativieren. Wir haben in der ersten Hälfte wie aus einem Guss gespielt", erklärte auch Heynckes. "Aber der Gegner war nicht allererste Klasse."
Ohnehin interessierte den Trainerveteranen bereits nur noch die nächste Aufgabe im Tagesgeschäft.
"Gegen Frankfurt wird es schwieriger", meinte er, ehe er sich doch mit dem Sommer 2013 beschäftigen musste.
Heynckes hält sich bedeckt
Die Optionen: Ausspannen auf dem eigenen Bauernhof am Niederrhein oder eben weiterhin am Bayern-Team feilen.
Zu Hitzfelds Prognose, dass er FCB-Coach bleibe, stellte Heynckes möglichst sachlich fest: "Ich weiss nicht, ob er Recht hat. Mehr ist dazu aber nicht dazu sagen, wie gesagt: Spätestens im März setzen wir uns zusammen."
Der 67-Jährige bemüht sich, bei dem Dauerthema nicht genervt zu reagieren.
Freundlich referierte er daher vor der Partie bei "sky" über die gesellschaftliche Frage "Rente mit 67", ohne jeglichen Bezug zu sich selbst zuzulassen.
"Auch Erfolg des Trainers"
Seine Spieler werden da konkreter, hoffen von Heynckes bald eine Zusage für ein weiteres Jahr an der Säbener Strasse zu bekommen.
"Wenn man gewinnt und Erfolg hat, dann ist es auch immer ein Erfolg des Trainers", sagte Arjen Robben im Gespräch mit SPORT1.
"Er macht einen super Job. Die Chemie zwischen Trainer und Spieler ist zu 100 Prozent da, wenn der Trainer fit ist, kann er weitermachen", so der Niederländer weiter.
Robben scherzt über Nachfolger
Heynckes' kritische Herangehensweise, die ungeheure Erfahrung des Weltmeisters von 1974, all das gefällt.
Einen Scherz vermochte sich Robben aber nicht verkneifen.
Sollte Heynckes doch entgegen aller Erwartungen im Sommer Adieu sagen, kennt Roben schon einen speziellen Nachfolge-Kandidaten: "Man weiss nie. Vielleicht kommt van Gaal noch mal zurück."
SPORT1











