Personal-Puzzle nach dem Schützenfest
Von Matthias Becker
München - Am Montag konnte Real Madrid dann doch noch einen Erfolg gegen den FC Barcelona verbuchen.
Sechs Spieler des spanischen Meisters stehen auf der Liste der 23 Nominierten für die Weltfussballer.
Von Barca sind "nur" fünf Akteure dabei.
Solche Zahlen werden in der Madrider Sportpresse derzeit angesichts von weiterhin acht Punkten Rückstand auf den Erzrivalen in der Tabelle der Primera Division gerne mit grossen Schlagzeilen verkündet.
Wettschiessen mit Barca
Auch am Wochenende konnten die Madrilenen schliesslich trotz des klaren 5:0-Erfolgs bei RCD Mallorca keinen Boden auf Barca gutmachen, die Katalanen hatten bereits am Samstag mit dem gleichen Ergebnis bei Rayo Vallecano gesiegt.
Jose Mourinho ficht das aber nicht an. Der portugiesische Trainer Reals war mit dem Auftritt seines ersatzgeschwächten Teams mehr als zufrieden.
"Auch wenn wir noch nicht so gut spielen wie in der vergangenen Saison, war es gut genug, um locker zu gewinnen", sagte Mourinho nach dem Sieg auf der Ferieninsel.
"Sind auf einem guten Weg"
Die 1:2-Niederlage in der Championsleague bei Borussia Dortmund soll nur ein Betriebsunfall gewesen sein, das ist die Botschaft Mourinhos.
"Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind, auch wenn wir in der Champions League verloren haben", erklärte der Coach:
"Das war ein wichtiger Sieg in einem der Spiele, die man vor der Saison als schwieriges im Spielplan vermerkt hat."
Mourinho bleibt gelassen
Die Situation in der Tabelle macht Mourinho keine Sorgen.
"Letzte Saison hatten wir im März zehn Punkte Vorsprung auf den Zweiten und alles war noch offen. Jetzt liegen wir im Oktober acht Punkte zurück. Wir müssen weiter daran arbeiten, den Rückstand auf die direkte Konkurrenz zu verringern", rechnete er vor.
Zur direkten Konkurrenz zählt der Star-Trainer auch Atletico Madrid, das nach acht Siegen in Folge punktgleich mit Barca auf Platz zwei rangiert. Aber in erster Linie eben Barca.
Higuain und Ronaldo glänzen
Und im Wettschiessen mit dem Team von Neu-Coach Tito Vilanova war es wichtig, ein Ausrufezeichen zu setzen.
Superstar Cristiano Ronaldo, der im achten Spiel nacheinander mindestens ein Tor erzielte, und Gonzalo Higuain nahmen Mallorca nach allen Regeln der Kunst auseinander.
Beide Offensivkünstler trafen doppelt, Higuain bereitete zudem noch die beiden Treffer Ronaldos vor.
Im Mittelfeld ersetzte Luka Modric den verletzten Sami Khedira und wurde von der "Marca" für sein "grosses Repertoire" gerühmt. Mesut Özil spielte durch und war immerhin an zwei Treffern beteiligt.
Personal-Puzzle für Mourinho
Die Probleme, das hat nicht erst das Spiel in Dortmund gezeigt, hat Real weiter hinten. Neben Khedira fehlen weiterhin die Aussenverteidiger Marcelo, Fabio Coentrao und Alvaro Arbeloa.
Auch auf Mallorca musste Michael Essien, Hauptangriffspunkt der BVB-Angriffe am vergangenen Mittwoch, wieder aushelfen.
Da Modric als Sechser vor allem offensiv denkt, muss Mourinho am kommenden Samstag gegen Real Saragossa ein interessantes Puzzle lösen.
Neben Khedira, der auch für das Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande am 14. November auszufallen droht, fehlt dann nämlich auch die Defensiv-Instanz Xabi Alonso gesperrt.
Pokal-Hinspiel am Mittwoch
Immerhin kann der Real-Trainer am Mittwoch schon mal unter Wettkampfbedingungen einige seiner Optionen testen.
Im Hinspiel der vierten Pokal-Runde tritt Real beim Drittligisten CD Alcoyano an.











