''Irgendwann muss so eine Serie reissen''
Von Matthias Becker
München - Mit einem hochverdienten 4:0-Erfolg bei Rapid Wien tankten die Spieler von Bayer Leverkusen unter der Woche Selbstvertrauen für die bevorstehende Mammut-Aufgabe.
Drei Tage nach der Gala in der Europa League will die Werkself auch in der Bundesliga für Aufsehen sorgen und der noch blütenweissen Weste des FC Bayern die ersten Flecken verpassen (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER).
Einer der grossen Hoffnungsträger der Leverkusener, die beim deutschen Rekordmeister mittlerweile schon seit über 23 Jahren auf einen Sieg warten, ist Stefan Kiessling.
In Wien zählte der 28-Jährige zwar nicht zu den Torschützen, mit 18 Treffern ist der Blondschopf aber der ligaweit erfolgreichste Vollstrecker im Jahr 2012.
Bei SPORT1 spricht Kiessling über die Gründe für seinen Lauf, das Spiel beim FC Bayern und seine Aussichten auf ein Comeback in der Nationalmannschaft.
SPORT1: Herr Kiessling, mit 18 Toren sind Sie bester Bundesligatorschütze 2012 - noch vor Klaas-Jan Huntelaar. Weshalb läuft es für Sie persönlich derzeit so gut?
Stefan Kiessling: Bei mir ist das vor allem eine Frage der Fitness. Meine Spielweise ist sehr laufintensiv und mit vielen Zweikämpfen verbunden. Da müssen Körper und Kopf funktionieren. Das ist momentan bei mir der Fall.
Sie sind - nach Ulf Kirsten - inzwischen zweitbester Torschütze der Leverkusener Klub-Geschichte. Weshalb bietet Bayer Ihnen das beste Umfeld?
Ich fühle mich hier in Leverkusen einfach wohl. Nicht nur im Klub, der hochprofessionell geführt wird und uns Spielern super Möglichkeiten bietet. Auch das private Umfeld ist für mich sehr wichtig, und da stimmt alles. Besser als hier kann es mir kaum gehen.
Sie wurden zuletzt immer wieder als Alternative für die Nationalmannschaft ins Gespräch gebracht. Freut Sie das und ist das für Sie noch ein Thema?
Wenn mich andere ins Gespräch bringen, dann ist das erst einmal eine Bestätigung meiner Arbeit bei Bayer 04 Leverkusen. Es freut mich natürlich, dass man mich nach wie vor als eine Option in der Nationalmannschaft sieht. Aber ich selbst mache mir darüber nicht allzu viele Gedanken. Ich versuche, in Leverkusen meine Leistung zu bringen. Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Ich kann mich nur über gute Spiele im Verein empfehlen.
Trotz Ihrer starken Tor-Quote haderten Sie nach dem Mainz-Spiel mit dem Auftritt der Mannschaft. Woran liegt es, dass Bayer immer wieder Punkte liegen lässt?
Wir nutzen unsere Chancen nicht effektiv genug. Ich glaube, nicht viele Mannschaften erarbeiten sich in der Bundesliga momentan so viele Möglichkeiten wie wir. Aber vor dem Tor sind wir nicht konsequent genug. Daran müssen und werden wir arbeiten. Dann holen wir auch die notwendigen Punkte.
Trainer Sascha Lewandowski mahnt mehr Konstanz an. Wie ist die zu erreichen?
Ein wichtiger Faktor ist wohl die Konzentration. Wir haben uns bis jetzt vieles erarbeitet, teilweise spielen wir richtig guten Fussball. Aber eben nicht konstant über 80, 90 Minuten. Da müssen wir hinkommen.
Trotz der möglichen besseren Bilanz ist Platz fünf ja ein guter Zwischenstand. Was ist in dieser Saison für Bayer möglich?
Wenn wir uns wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren, dann haben wir eine gute Saison gespielt. Natürlich würden wir gerne die Championsleague erreichen. Aber dafür muss bei uns alles zusammenpassen und wir dürfen nicht so viele Verletzte haben wie in der vergangenen Saison.
Am Sonntag geht es zu den Startrekord-Bayern, die sie im Frühjahr besiegt haben. Wie kann das auch in München gelingen, wo Bayer seit über 20 Jahren auf einen Dreier wartet?
Na, irgendwann muss so eine Serie ja mal reissen (lacht). Die Bayern sind Favorit, keine Frage, sie haben einen ungeheuren Lauf. Aber wir werden alles tun, um es ihnen so schwer wie möglich zu machen. Mal sehen, wie es läuft.
SPORT1



















