Sensibelchen Robben: Nur Heynckes behält die Ruhe
Von Andreas Kloo
München - Bernd Schuster kann mit Jupp Heynckes mitfühlen.
Aus seiner Zeit als Real-Trainer 2007/08 weiss er, wie schwer der Umgang mit dem verletzungsanfälligen Arjen Robben ist.
"Er ist einer, der sich relativ leicht verletzt", sagte Schuster bei Bundesliga aktuell auf SPORT1 über Bayerns Niederländer: "Aber er ist auch verbissen und will dann gleich wieder auf den Platz zurück, wenn er verletzt war. Das ist nicht immer leicht für den Trainer, dann setzt er dir auch gleich die Pistole auf die Brust."
Was Schuster meint: Bei Robben macht sich schnell Unzufriedenheit breit, wenn er mehrere Spiele am Stück nicht mit von der Partie ist.
Schuster wenig verwundert
Und das bringt er dann deutlich zum Ausdruck.
"Mich wundert es gar nicht, wie er sich jetzt verhält - das habe ich mit ihm auch erlebt in Madrid", erinnert sich der LIGAtotal!-Experte.
Zuletzt klagte Robben einem niederländischen TV-Sender sein Leid.
Dabei sprach er sogar von Rücktrittsgedanken, die durch seinen Kopf geisterten.
Das Interview sorgte für mächtig Wirbel, Vater Hans Robben, Robben selbst und der FC Bayern bemühten sich schnell zurückzurudern.
Heynckes zeigt Verständnis
Heynckes dagegen sieht die Situation um seinen sensiblen Star um einiges unaufgeregter.
"Je nachdem wie man physisch drauf ist, sagt man Sachen so oder so. Ihnen geht es doch auch so, dass sie manchmal morgens lieber im Bett bleiben", sagte er am Freitag bei einer Journalistenrunde an der Säbener Strasse.
Robben vorsichtig
Er sieht Robben vor dem Spiel gegen Leverkusen (So., ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER) kurz vor der Rückkehr in den Bayern-Kader.
"Es ist sehr positiv, dass er wieder schmerzfrei ist, dementsprechend steht er wieder zur Verfügung. Er hat heute mit der Mannschaft das gesamte Programm durchgezogen", berichtete der 67-Jährige vom Fitnesszustand des Flügelflitzers.
Nun aber zeigt Robben plötzlich das genaue Gegenteil von Ungeduld: "Es macht keinen Sinn, zu schnell zurückzukehren. Erst muss ich wieder richtig fit sein", sagte er nach dem Training am Freitag.
Zuvor hatte er verkündet, es gehe im viel besser. Am Dienstag hatte er angesprochen auf seine Rücktrittsgedanken euphorisch verlauten lassen: "Fussball ist mein Leben. Es macht mir viel zu viel Spass, ich habe zu viel Freude daran, in ein volles Stadion einzulaufen."
Entscheidendes Gespräch am Samstag
Heynckes möchte erst am Samstag das Gespräch mit dem 28-Jährigen suchen.
"Man muss wissen: Wann lasse ich einen Spieler in Ruhe? Deswegen habe ich gerade keinen Redebedarf. Morgen wieder", erklärte er seine feinfühlige Vorghensweise mit den Stimmungsschwankungen von Robben.
Ribery fällt wohl aus
Dieses Feingefühl braucht Heynckes nun auch wieder für den anderen Teil der Bayern-Flügelzange: "Bei Franck sieht es nicht so gut aus", erklärte der Trainer. Ribery klagt nach wie vor über muskuläre Probleme im rechten Oberschenkel.
Er habe "grosse Schmerzen" und fürchte, dass er am Sonntag nicht spielen könne.
Heynckes wird also wohl auf den Franzosen verzichten. "Franck ist zu wertvoll, als dass wir ein Risiko eingehen, dass er sich verletzt", stellte Heynckes klar.
Lob für Alaba
Zumal die Bayern über genug Alternativen verfügen. Mit David Alaba stünde ein Linksfuss bereit.
In Düsseldorf und in Lille kam der Österreicher nach seiner Verletzungspause bereits wieder zu zwei Kurzeinstätzen.
"Wenn er fit ist, ist er nicht nur eine Option, sondern Stammspieler, ganz klar", machte Heynckes die Wertschätzung für den 20-Jährigen deutlich.
Auch nach dem Testspiel gegen Fürstenfeldbruck (7:0) war er voll des Lobes für Alaba: "Gestern hat er eine Halbzeit lang auf der Verteidigerposition und eine im Mittelfeld gespielt. Er hat super gespielt."
Alaba winkt also gegen Leverkusen ein Platz in der Startelf.
Zumal mit Javi Martinez ein weiterer Mittelfeldspieler auszufallen droht. Den Spanier plagen Adduktorenprobleme.
SPORT1



















